Description
Bei Positivierung der Verständigungsregeln versprach der Gesetzgeber, Rechtssicherheit und Transparenz zu schaffen. Gleichwohl überließ er die Entscheidung, in »geeigneten Fällen« eine Absprache zu treffen, dem richterlichen Ermessen. Der Autor untersucht die hierfür geltenden Vorgaben, zeigt auf, in welchen Fällen dem Angeklagten ein Verständigungsangebot unterbreitet werden muss, und legt dar, weshalb von der bestehenden Rechtslage eine verfassungswidrige Ungleichbehandlung der Angeklagten ausgeht. »The Defendant's Access to a Plea Bargain in Criminal Proceedings. Factual Requirements and Legal Consequences of Section 257c (1) Sentence 1 of the German Code of Criminal Procedure and its Compatibility with the General Principle of Equality«: By introducing Section 257c of the German Code of Criminal Procedure, the legislature promised to create legal certainty and transparency. Nevertheless, it left the decision to enter into a plea bargain in "suitable cases" to judicial discretion. The author examines the applicable requirements, shows in which cases the defendant must be offered a plea bargain, and explains why the current legal situation results in unconstitutional unequal treatment of defendants. 1. Einführung: Problemdarstellung - Gründe für eine ablehnende Haltung von Teilen der Justiz gegenüber dem Instrument der Verständigung oder seiner Anwendung im Einzelfall - Gegenstand und Gang der Arbeit2. Die Entscheidung des Gerichts über die Unterbreitung eines Verständigungsangebots: Grundlagen der Verständigung - Das Tatbestandsmerkmal des geeigneten Falles i. S. d. 257c Abs. 1 S. 1 StPO - Qualifikation der Rechtsfolge des 257c Abs. 1 S. 1 StPO - Die Ermessensausübung des erkennenden Gerichts - Die Revisibilität von Verstößen gegen 257c Abs. 1 S. 1 StPO3. Der gesetzliche Zugang des Angeklagten zur Verständigung im Lichte des allgemeinen Gleichheitssatzes: Rechtsetzungsgleichheit - Conclusio und Ausblick4. Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse in ThesenLiteratur- und Stichwortverzeichnis Manuel Strelitz studied German and European law at the Julius-Maximilians-University of Würzburg from 2008 to 2013. During his studies, he was a scholarship holder of the Max Weber Program. After completing his legal clerkship in the district of the Higher Regional Court Bamberg, he worked from 2016 to 2021 as a lawyer for an international law firm in Munich and a law firm in Nuremberg specialized in insolvency administration. Since July 2021, he serves as a prosecutor for the Free State of Bavaria with a focus on fighting white-collar crime. »Eine wertvolle Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse schließt den Band ab. Das Werk ist allen am Strafrecht Interessierten sehr zu empfehlen.« Prof. Dr. Richard Soyer, in: Österreichisches Anwältinnenblatt, 11/2023 »Die Lektüre dieser außergewöhnlichen Dissertation war eine besondere und anregende Freude.« Prof. Dr. Franz Salditt, in: Strafverteidiger, Heft 7 /2022



