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Description
(Text)
Ein Kunstmärchen -In 'Humpelgreed' wird eine Piratengeschichte voller Abenteuer mit immer neuen spannenden Szenen und fantastischen Elementen erzählt. In der unglaublichen Welt 'Seeland' treibt Kapitän Humpelgreed sein Unwesen, beutet Kinder aus und schickt sie als Erwachsene, die das Fragen verlernt haben, zurück in ihr altes Leben.
(Extract)
Kapitel 1Der Pirat"Humpelgreed, Humpelgreed,du hast die Welt im Griff,egal, wie sie sich weiterdreht,jeder landet auf deinem Schiff.Humpelgreed, Humpelgreed,raubst dir Fragen oder Gold.Wenn es Piraten schlecht ergeht,sie haben's so gewollt.Humpelgreed, Humpelgreed,mach voll die Kajüten.Kommt, Matrosen, und seht,der Kapitän wird's euch vergüten."Ein Mann, mit düsterem Blick, glänzendem Säbel und einer bedrohlichen Hakenhand, stand vor dem Brunnen des Dorfes und wackelte mit dem Kopf. Das Wasser tropfte ihm vom Bart und spritzte in alle Richtungen, wie bei einem Hund, der sich schüttelt. Dann setzte er einen dreieckigen Hut auf, sodass sich ein Schatten auf sein Gesicht legte. Dieser machte seine ohnehin finstere Miene noch bedrohlicher.Um ihn herum tanzten zwei rattengesichtige Jungen, die wie Zwillinge wirkten. Ähnlicher können sich zwei Menschen kaum sein, wie sie so dastanden, mit ihren tropfenden roten Hemden, mit dem Totenkopf und den gekreuzten Knochen darauf. Der Mann hob einen Zeigefinger an den Mund. Sofort legten die Jungen Pauke und Geige auf den Rand des Brunnens und das Lied über Kapitän Humpelgreed verstummte. Sie stellten sich neben ihn und wischten sich über die nassen Gesichter.Doch von alledem wusste Tim in dem Spezialitätenladen nichts.-Durch ein Oberlicht wehte der Klang der Musik in den kleinen Spezialitätenladen hinein. Der schräge Gesang stammte nicht aus diesem Ort. Das wusste Tim. Und ein Lied von einem Humpelgreed hatte er auch noch nie gehört, erst recht nicht in dem kleinen italienischen Dorf. Hier kannte jeder jeden.Tim machte sich keine weiteren Gedanken über den Gesang, der durch das Fenster drang. Stattdessen konzentrierte er sich darauf, ein paar Dosen im Laden seines Onkels zu ordnen. Die Leute können singen, was sie wollen, dachte er. Wieso sollte er sich daran stören?Noch während er die Ananasdosen in einer geraden Linie hintereinander aufstellte, flog die Ladentür auf und die fünf kleinen Glöckchen darüber bimmelten. Ein ungewöhnlich junger Gast mit nassen Haaren kam herein, streckte einen Zeigefinger drohend aus und hielt ihn Tim unter die Nase."Stell bloß keine Fragen!", sagte der vielleicht vierzehnjährige Junge.Tim verschlug es die Sprache. Er hätte gerne gefragt, warum die Kleidung des Fremden so speckig, geflickt und schmutzig aussah. Er fragte sich, warum er ihm den Boden volltropfen musste. Und vor allem wollte Tim wissen, warum zum Henker er keine Fragen stellen durfte.All das schoss ihm durch den Kopf. Aber am Ende platzte es aus ihm heraus: "Kann ich was für dich tun?"Die Hand des Jungen schnellte vor, packte Tim am Kragen, und zog ihn zu sich ran. Um ein Haar hätten sich sogar ihre Nasenspitzen berührt. Doch Tim roch nur seinen muffigen Atem, der zwischen den fauligen Zahnstummeln des Fremden hindurch pfiff. "Ich sagte: Stell keine Fragen." Der Junge ließ den Kragen los, Tim wich zurück und strich ihn wieder glatt. "Das bedeutet: gar keine. Nicht eine. Keine. Nichts. Nicht der Hauch einer Frage. Kapier das!"Der Typ rückte seine braune Lederjacke über dem schwarz-weiß gestreiften Hemd zurecht. Sein Blick schweifte durch den Laden. Die guten Lebensmittel weckten offensichtlich sein Interesse. Auch Tim kostete gern von den Spezialitäten, die sein Onkel Antonio anbot. Natürlich nur, wenn er durfte."Das ist ein schöner Laden", sagte der Vierzehnjährige. "Eines Tages will ich auch so einen haben.""Der gehört meinen Onkel Antonio." Tim stellte sich hinter den Kassentresen. "Ich vertrete ihn nur, aber er müsste jeden Moment wiederkommen." Das stimmte natürlich nicht. Antonio war mit seinem Lieferwagen in die nächste Stadt gefahren, denn in dem kleinen Dorf gab es bei weitem nicht alles, was er anbieten wollte. Aber Tim hoffte, dass der Fremde den Laden dadurch schneller verlassen würde. Er hatte das Gefühl, er hätte einen echten Räuber bei sich im Laden.Doch davon war der Junge weit entfernt. Er schlenderte durch den Laden, betrachtete die Konserven, sa