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Description
(Short description)
Eine Frau aus der haitianischen Bourgeoisie erfindet sich nach der Trennung von ihrem Mann eine neue Identität und wird zu Frida, einer Prostituierten in einem schäbigen Bordell der Unterstadt. Im Rhythmus des Fado verschwimmen die Grenzen von Vernunft und Wahn, Leben und Tod. Ein Hauch von Belle du jour in Port-au-Prince.
(Review)
"Ein Roman wie ein Fiebertraum" (Jutta Sommerbauer, DIE PRESSE, Wien)
(Extract)
er zuwider waren. Das trunkenrote Gespinst meiner Schlüpfer, das schwindelnde Indigo meiner Büstenhalter. Léo weiß, dass ich immer noch auf ihn warte, dass ich mich nach seiner Begierde sehne. Und dann ist da noch diese Katze, meine neue Gefährtin, ich habe sie Dulce getauft, die Sanfte mit den goldenen Augen. Sie liebt genauso wie ich den Fado. Und dies, obwohl ich zu Léos Zeiten nie ein Tier im Haus haben wollte, nicht einmal einen Wellensittich oder einen Goldfisch. Auch trinke ich nun abends kühlen Weißwein. Frida würde sagen, um der Nacht entgegenzutreten.'Wer bist du, Anaïse?'Das ist die Frage, die Léo mir eigentlich stellen will. Oder besser: 'Wer bist du geworden, Anaïse?''Ich bin Frida ... manchmal. An manchen Tagen. Aber das würdest du nicht verstehen, Léo ... Das ist eine Geschichte, aus der ich selber nicht schlau werde, der ich nicht gewachsen bin. Ich weiß lediglich, dass ich an dem Tag, an dem man mir Bony bei einer Geburtstagsfeier vorgestellt hat, begonnen habe, i
(Author portrait)
Kettly Mars, geboren 1958 in Port-au-Prince, Haiti, erhielt eine klassische Schulbildung und arbeitete als Verwaltungsangestellte. Ab den 90er Jahren wurde sie in Haiti als Lyrikerin bekannt. Es folgten Prosawerke, die internationale Anerkennung fanden. Mit der Übersetzung von "Fado" wurde sie auch im deutschsprachigen Raum als Autorin bekannt, die scharfsichtig die zwielichtigen Zonen des Lebens erkundet und vor brisanten Themen nicht zurückschreckt. 2011 wurde sie mit dem Prins-Claus-Preis der Niederlande ausgezeichnet.
(Extract)
en und abgenutzten zweistöckigen Gebäudes, das in der Hitze der Altstadt glühte. Die schluchzende Fadostimme der Amália Rodrigues begleitete unsere Schatten, als ich hinter seinen hinkenden Schritten die beschwerlichen Stufen des Hotels hinaufging. Bony erzählte von Kunden, die Handtücher stahlen, so dass man sie unaufhörlich ersetzen musste, von den unerschwinglichen Preisen der Leintücher, vom Stadtviertel ohne Wasseranschluss, vom Wasser, das zur Zeit seiner Mutter noch 50 Centime und heutzutage fünf Gourde pro Eimer kostete. Er erzählte von den Mädchen, die immer verschwenderischer und fauler wurden und ihr Handwerk immer schlechter beherrschten.



