- ホーム
- > 洋書
- > ドイツ書
- > Humanities, Arts & Music
- > Philosophy
- > 20th century, 21st century
Description
(Text)
Die letzten Vorlesungen Michel Foucaults am Collège de France sind der "parrhesia" gewidmet: der freimütigen, öffentlichen, aufbegehrenden Rede. Es ist das große Thema seines späten Denkens: der "Mut zur Wahrheit", mit dem das aufrichtige Sprechen in die Politik eingreift. "Die Regierung des Selbst und der anderen" erschließt das vergessene ethische Fundament der athenischen Demokratie. "Der Mut zur Wahrheit" konfrontiert Sokrates, die strahlende Gründergestalt der abendländischen Philosophie, mit den Kynikern, den selbsternannten Underdogs des Denkens.
(Table of content)
"Vorlesung 1
Methodische Bemerkungen. - Studium des Kanttextes: »Was ist Aufklärung?« - Veröffentlichungsbedingungen: die Zeitschriften. - Die Begegnung zwischen der christlichen Aufklärung und der jüdischen Haskala: die Gewissensfreiheit. - Philosophie und Gegenwart. - Das Problem der Revolution. - Die beiden kritischen Nachkommenschaften.
Vorlesung 1
Die Idee der Unmündigkeit: weder natürliche Ohnmacht noch Beraubung von Rechten durch eine Autorität. - Der Ausgang aus dem Zustand der Unmündigkeit und die Ausübung kritischer Tätigkeit. - Der Schatten der drei Kritiken. - Die Schwierigkeit der Emanzipation: Faulheit und Feigheit; angekündigtes Scheitern der Befreier. - Die Triebfedern des Zustands der Unmündigkeit: Überlagerung von Ausübung und Abwesenheit vernünftigen Denkens; Verwechslung von privatem und öffentlichem Gebrauch der Vernunft. - Die problematischen Wendungen am Ende von Kants Text.
Vorlesung 2
Methodische Rückbesinnung. - Bestimmung des Untersuchungsgegenstands des Jahres. - Parrhesia und Kultur des Selbst. - Galens Traktat über die Leidenschaften. - Die parrhesia: Schwierigkeiten der Begriffsbestimmung; bibliographische Anhaltspunkte. - Ein dauerhafter, vielschichtiger, mehrdeutiger Begriff. - Platon vor dem Tyrannen von Syrakus: eine beispielhafte Szene der parrhesia. - Ödipus' Echo. - Parrhesia versus Beweis/Unterricht/Diskussion. - Das Element des Risikos.
Vorlesung 2
Irreduzible Momente der parrhesiastischen Aussage gegenüber der performativen Aussage: Eröffnung eines unbestimmten Risikos/öffentlicher Ausdruck einer persönlichen Überzeugung/Einsatz des freien Mutes. - Diskurspragmatik und -dramatik. - Die klassische Verwendung des Begriffs der parrhesia: Demokratie (Polybios) und Staatsbürgerschaft (Euripides).
Vorlesung 3
Die Person Ions in der Mythologie und Geschichte Athens. - Der politische Kontext von Euripides' Tragödie: der Friede des Nikias. - Geschichte der Geburt Ions. - Alethurgisches Schema der Tragödie. - Strukturvergleich zwischen Ion und König Ödipus. - Die Abenteuer des Wahrsprechens in Ion: die doppelte Halblüge.
Vorlesung 3
Ion: Nichts, Sohn des Nichts. - Drei Kategorien von Staatsbürgern. - Folgen des politischen Eindringens von Ion: privater Haß und öffentliche Tyrannei. - Auf der Suche nach einer Mutter. - Die parrhesia, nicht zurückführbar auf die effektive Ausübung der Macht und auf die Statussituation des Staatsbürgers. - Das agonistische Spiel des Wahrsprechens: frei und riskant. - Historischer Kontext: die Auseinandersetzung zwischen Kleon und Nikias. - Kreusas Zorn.
Vorlesung 4
Fortsetzung und Schluß des Vergleichs zwischen Ion und Ödipus: Die Wahrheit geht nicht aus einer Untersuchung hervor, sondern aus dem Aufeinanderprallen der Leidenschaften. - Die Herrschaft von Trugbildern und der Leidenschaft. - Der Aufschrei des Eingeständnisses und der Anklage. - G. Dume zils Analysen zu Apollon. - Erneute Betrachtung der auf Ion angewandten Kategorien Dume zils. - Tragische Modulation des Themas der Stimme. - Tragische Modulation des Themas des Goldes.
Vorlesung 4
Tragische Modulation des Themas der Fruchtbarkeit. - Die parrhesia als Verwünschung: das öffentliche Anprangern der Ungerechtigkeit des Mächtigen durch den Schwachen. - Kreusas zweites Eingeständnis: die Stimme des Bekenntnisses. - Letzte Schicksalswendungen: vom Mordplan zum Erscheinen Athenes.
Vorlesung 5
Erinnerung an Polybios' Text. - Rückkehr zu Ion: göttliches und menschliches Wahrsprechen. - Die drei Formen der parrhesia: politisch-statusbezogen; gerichtlich; moralisch. - Die politische parrhesia: ihre Beziehung zur Demokratie; ihre Verankerung in einer agonistischen Struktur. - Rückkehr zu Polybios' Text: das Verhältnis isegoria/parrhesia. - Politeia und dynasteia: die Auffassung der Politik als Erfahrung. - Die parrhesia bei Euripides: Die Phoinikerinnen; Hippolytos



