Description
In der Region trafen während des NS-Regimes Partei, Verwaltung, Gesellschaft und ihre Akteure unmittelbar aufeinander. Die Reichweite wie die Grenzen der totalitären Herrschaft und die Folgen ideologiegeprägter Politik können daher in den Landkreisen Coesfeld und Lüdinghausen wie unter einem "Brennglas" betrachtet werden. Welche Faktoren wirkten jenseits von Gewalt und Terror, unter denen sich die Menschen das Denken und die Erwartungen der Machthaber aneigneten? Worin gründete die hohe Integrationskraft des NS-Regimes? Unter welchen Voraussetzungen trugen die Kreisverwaltungen zur inneren Stabilisierung des NS-Regimes bei?Das Buch beschreibt auch die Auswirkungen des NS-Regimes auf die Verwaltungspraxis. In welchen Bereichen setzten sich rassenideologische Prämissen durch? Bei welchen Kreisaufgaben entwickelte sich eine Konkurrenz durch Parteigliederungen? Und in welchem Maße erodierten die Kreisverwaltungen zu Vollzugsorganen von Parteidienststellen? Vorwort - XIII I. Einleitung - 1"Bilanz der Hitlerzeit" (1) - Geschichte des Nationalsozialismus in der Region (2) - Beiträge regionalgeschichtlicher Forschung zur NS-Forschung insgesamt (3) - Beschreibung des Forschungsgegenstandes (7) - Die Aktenüberlieferung und dadurch bedingte inhaltliche Einschränkungen in der Darstellung (7) - Konzept der Darstellung und besondere Schwerpunkte (10) II. Die Kreise Coesfeld und Lüdinghausen am Ende der Weimarer Republik - 131. Westfalen und das Rheinland als Hochburgen der politischen Gegner der Nationalsozialisten im Freistaat Preußen? - 13Die Weltwirtschaftskrise und die Demontage der Weimarer Demokratie (13) - Wahlen in den preußischen Westprovinzen (14)2. Bevölkerung, Industrialisierung und ländliche Gesellschaft - 15Bevölkerungsentwicklung (15) - Industrialisierung im Kreis Coesfeld (16) - Industrialisierung im Kreis Lüdinghausen (18) - Ländliche Gesellschaft und Landwirtschaft in den Kreisen Coesfeld und Lüdinghausen (19) - Das wirtschaftliche und soziale Profil der Gemeinden (21)3. Milieus, Parteien und Interessenvertretungen - 24Sozialmilieus und politische Parteien im Vorhof der Macht der Parlamente (24) - Das katholische Milieu in den Kreisen Coesfeld und Lüdinghausen (26) - Das bürgerlich-protestantische 'Kleinmilieu' (33) - Das Arbeitermilieu (34)4. Die Milieus unter dem Druck gesellschaftlicher Konflikte und wirtschaftlicher Krisen - 38Die Spaltung des Arbeitermilieus und seine Radikalisierung (38) - Die Geschlossenheit der dörflichen Lebenswelt und der Rechtsruck im bäuerlichen Verbandswesen (40) - Die Milieus der Kleinstädte unter dem Druck wirtschaftlicher Krisenerfahrungen (46) - Die Marginalisierung der Milieus durch die Nation, die Heimat und das Volk (48) - Der "Steigbügelhalter" Hitlers, Franz von Papen, war nicht allein (55) III. Die Kreise Coesfeld und Lüdinghausen in der Zeit des NationalsozialismusA. Gesellschaft, Verwaltung und Partei in der Region - 631. Die "Machtübertragung" im Reich, der "Weiheakt" von Potsdam und der Beginn der "Gleichschaltung" in Preußen - 63Die Präsidialregierungen und die Auflösung der parlamentarischen Ordnung (63) - "Nationale Erhebung", personelle "Säuberungen" und der Wahlkampf im März 1933 (67) - Die Reichstagswahlen und die Kommunalwahlen im März 1933 (71) - Der "Tag von Potsdam" und seine Resonanz im Münsterland (78) - Die "Gleichschaltung" des Landes Preußen als Beginn der Herrschaftsdurchsetzung (84)2. Die Kreise als Selbstverwaltungskörperschaften und staatliche Verwaltungsbezirke - 85Die Kreisverfassung und die Repräsentanten des Kreises - der Landrat (85) - Der Kreistag, der Kreisausschuss und die Kreisdeputierten (91) - Die Entwicklung der Kreisaufgaben und die Kreisverwaltung (98)3. Die Anfänge der NS-Bewegung im westlichen Münsterland - die personelle und organisatorische Entwicklung in einer politischen "Diaspora" - 103Geschichte der NSDAP in der Region (103) - Die Geschichte der NS-Bewegung in den Landkreisen Coesfeld und Lüdinghausen (109) - Die SA-Truppe als Kampfgemeinschaft und die NSDAP-Parteiorganisation (116) - Der Kreisleiter Heinrich Becker und die Illusion von der nationalen Erhebung (125) - Der Kreisleiter Julius Bielefeld und die Fortführung der "nationalsozialistischen Revolution" (129) - Der Kreisleiter Anton Bezler und die "Machtübernahme" der Gauleitung in der Region (137)4. "Gleichschaltung" der Verwaltungen in den Kreisen Coesfeld und Lüdinghausen - 141Das Ende preußischer Staatstraditionen in der Region (141) - Die "Selbstgleichschaltung" der Kreistage, die Kreisausschüsse und das "Führerprinzip" (144) - Landrat Herbert Barthel, die Schlüsselfigur zwischen Partei und Staat in der Region (153) - Landrat Rudolf Klein, ein parteihöriger Verwaltungsfachmann ohne Parteibuch (163) - Landrat Dr. Jakob Stachels, stets Verwaltungsfachmann "im nationalsozialistischen Sinne" (166) - Die "Gleichschaltung" und personelle Entwicklung der Kreisverwaltungen (175) - Die Mitarbeiterinnen und Mi



