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Description
(Text)
Theodor. W. Adorno tat es, Heiner Müller und viele andere ebenso: ihre Träume protokollieren. Was erhoffen sie sich von dem Versuch, das absolut Flüchtige feszuhalten? Charlotte Beradt fand in den 30ern des vorherigen Jahrhunderts heraus, dass Träume nicht nur Psychoanalytiker beschäftigen, sondern auch eine Menge gesellschaftspolitisch relevanter Informationen, teilweise sogar unsere Zukunft enthalten können. Wir haben also einfach mal eine gewisse Menge an Träumen unterschiedlichster Menschen gesammelt und sie im vorliegenden Büchlein zu einem sozialen Traumtext montiert. Im Zeitalter der Überwachung ist der Traum unsere ungestörteste, ungefiltertste, uns alle verbindendste Kommunikation. Solange wir es nicht Computerspielen, Apple-Gadgets, Hollywood oder der Werbung überlassen, ihn für uns zu "designen". Das vorliegende Büchlein mag also als ein Kassiber alternativer Visionen in einer angeblich visionsfreien und alternativlosen Gesellschaft dienen. Oder umgekehrt die Untragbarkeit des Ist-Zustandes mittels innerer Bilder aussprechen. So oder so: Wer versteht, wovon wir hier reden, wird diese Träume zu deuten wissen. Dream On!
(Extract)
KLEINER ZITATKASTENFÜR TRAUMAGENTENViele Menschen lesen ein Buch und empfangen dieselbe Botschaft. Aber wenn Sie versuchen, einem anderen Menschen Ihren Traum zu schildern, verändert das Ihre Erinnerung an den Traum, sodass Sie schließlich den Traum vergessen und sich nur an das erinnern, was Sie über den Traum erzählt haben.Charles H. Bennett: Publicity, Privacy, and Permanence of InformationDie Albträume, unter denen Lotte seit ihrer Kindheit litt, ließen deutlich nach, bis sie schließlich keine Albträume und auch keine Träume mehr hatte. "Sicher träume ich", sagte sie, "wie alle Menschen, aber ich habe das Glück, mich an nichts zu erinnern, wenn ich aufwache."Roberto Bolaño: 2666Wir erfinden die Vergangenheit und erträumen die Zukunft. (.) Wie viele Erkenntnisse gehen verloren in der gleichgültigen Flut unbeachteten Denkens, im ungehörten oder überhörten Selbstgespräch der täglichen und nächtlichen Hirnemissionen? Warum sind wir nicht in der Lage, die möglicherweise fruchtbareSpannung, die von den immer wachen Bögen und Synapsen unserer geistigen Natur erzeugt wird, zu fassen und sie - wie bei einer elektrischen Batterie - in konzentrierter Form, als Potential, zu speichern?George Steiner: Warum denken traurig macht