- ホーム
- > 洋書
- > ドイツ書
- > Humanities, Arts & Music
- > Religion & Theology
- > miscellaneous
Description
(Text)
Das Volk hat ein feines Gefühl für sein Brauchtum und empfindet sehr wohl, dass seine Überlieferungen eines tieferen Grundes nicht entbehren. Manches mag zwar durch eine missverstandene, (und vom heutigen Standpunkt aus gesehen fehlinterpretierte und einseitige Naturbeobachtung entstanden sein, die einzig durch erstarrte und gleichsam versteinerte sittliche und ethische Überlieferungen und nur durch das tagtägliche Anwenden und Praktizieren überlebten. Dennoch leben viele dieser Praktiken bis heute fort, meist weitergegeben von den Eltern auf die Kinder - doch die Wurzeln und Ursprünge verloren sich im Laufe der Zeit bei der Weitergabe von einer Generation zur nächsten. Deshalb steht die Mythologie in jeder Richtung, mit der Vergangenheit so auch unmittelbar immer mit der Gegenwart, in Verbindung. "Deshalb meinen wir, was den wahren Lebenskeim in sich trägt, das stirbt nie und es ist in höherem Sinn ganz gleichgültig, ob sich etwas heute oder vor tausend Jahren zugetragen hat. Oft kommt das was heute geschieht, schon totgeboren ans Licht der Welt. Was aber in alter Zeit hervorgebracht, wirkt fort, sodass heutige Menschen dadurch wieder zum Handeln und lebendigen Wirken angeregt werden. So gebiert, was vergangen schien, ein neues Leben, und nach einer bedeutungsvollen nordischen Mythe würde der Baum der Zeit schon lange verdorrt sein, wenn er nicht aus dem Brunnen der Urdhr d. h. aus dem Borne der vergangenen Welt täglich wieder mit neuem Wasser begossen und erfrischt worden wäre." (Mannhardt)
(Author portrait)
Schon während seiner Schulzeit begann sich der spätere Volkskundler und Mythologe Wilhelm Mannhardt (1831-1880) für Märchen und Volksüberlieferungen zu interessieren. Besonders die Erzählungen der Brüder Grimm faszinierten ihn und ließen ihn zu einem eifrigen Sammler von Sagen und Mythen werden.Vor allem widmete sich Mannhardt der Sagenwelt des Nordens im Jahre 1936 erschien sein Werk über die baltische Götterwelt, z.T. im Original auf altrussisch und in baltischen Sprachen.Aufgrund einer schwachen Gesundheit konnte er nur eingeschränkt arbeiten. Zwischen 1853 und 1859 leitete Mannhardt die Redaktion der Zeitschrift für deutsche Mythologie . Sein Geld verdiente er sich anfangs als Hauslehrer, seit 1863 war er Bibliothekar in der Danziger Stadtbibliothek.



