Description
Der mit acht Jahren erblindete Jacques Lusseyran durfte erleben, wie nach dem Erlöschen des äußeren Lichtes eine innere Welt für ihn wahrnehmbar wurde. Fortan nahm er das Leben auf eine andere, vertiefte Art und Weise wahr. Auch die Liebe. In diesem letzten Werk, das erst Jahre nach seinem tragischen, verfrühten Tod erscheinen konnte, führt er mit seiner Frau Marie ein intimes Gespräch, mit rückhaltloser Offenheit und höchster Sensibilität. Gerade durch die Perspektive eines Blinden werden die Phänomene der Liebe zwischen Mann und Frau in allen ihren Schattierungen, geistig wie sinnlich, neu befragt und beleuchtet. Es ist ein dichtes, sehr persönliches Buch, einmalig in den Voraussetzungen seiner Entstehung und zugleich in seinem Gehalt von allgemeiner, unverminderter Bedeutung. Ein Blinder öffnet uns die Augen für die Liebe. Jacques Lusseyran, geboren 1924 in Paris, erblindete im Alter von acht Jahren durch einen Unfall. Seine Eltern brachten ihm in kurzer Zeit die Blindenschrift bei, sodass er die Schule mit hervorragenden Noten abschließen und ein Studium der Philosophie und Literatur aufnehmen konnte. Ab 1940, noch als Schüler, organisierte er eine studentische Widerstandsbewegung gegen die nationalsozialistische Besatzungsmacht in Frankreich, und übernahm später die Verteilung der größten Untergrundzeitung. Von 1944 bis 1945 war er im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert, das er auch dank seiner ausgezeichneten Deutschkenntnisse überlebte. Nach dem Krieg arbeitete Lusseyran als Philosophieprofessor in den USA und veröffentlichte mehrere autobiografische Bücher. Wenig bekannt ist seine intensive Auseinandersetzung mit der Anthroposophie, die durch seinen Vater angeregt wurde. Er starb 1971 bei einem Autounfall, zusammen mit seiner dritten Frau Marie.



