Description
Wie interpretierten Unternehmen das Leitbild der Nachhaltigkeit? Wie setzten sie es in die Praxis um? Karen Froitzheim untersucht die vielfältigen Praktiken der Nachhaltigkeit, die vier Unternehmen der Handels- und der Konsumgüter- sowie der Chemie- und der Pharmabranche in Deutschland und Großbritannien (Merck, AstraZeneca, Otto und Marks & Spencer) zwischen 1987 und 2010 etablierten. Auf breiter Quellenbasis arbeitet sie die Wechselwirkungen zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft heraus und analysiert Ursprünge und Herausforderungen unternehmerischer Nachhaltigkeit. So kann sie zeigen, dass die Konzerne im Spannungsfeld von Politik und Wettbewerb den »grünen Konsumenten« erst schaffen mussten und Nachhaltigkeit zunehmend als Business Case unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte kommunizierten. Karen Froitzheim ist Geistes- und Sozialwissenschaftlerin; sie ist heute in leitender Funktion im Bereich Public Affairs und Nachhaltigkeit für einen globalen Chemiekonzern tätig. »Eine überzeugende, theoretisch klar verortete und quellengesättigte Studie, die eine wichtige Forschungslücke schließt. Froitzheim zeigt eindrücklich, dass Unternehmen nicht nur Adressaten, sondern aktive Mitgestalter des Nachhaltigkeitsdiskurses waren und dass Nachhaltigkeit dabei frühzeitig in ökonomische Rationalitäten übersetzt wurde. Die Arbeit bietet damit wertvolle Impulse für die Unternehmens-, Wirtschafts- und Umweltgeschichte und lädt dazu ein, Nachhaltigkeit weniger als normatives Ziel denn als historisch kontingentes Aushandlungsfeld zu begreifen.« Anna Corsten, Sehepunkte, 15.02.2026



