Handwerk als prekäres Unternehmertum : Soloselbstständige zwischen Autonomie und radikaler Marktabhängigkeit. Dissertationsschrift (International Labour Studies)

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Handwerk als prekäres Unternehmertum : Soloselbstständige zwischen Autonomie und radikaler Marktabhängigkeit. Dissertationsschrift (International Labour Studies)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783593508894

Description

Immer mehr soloselbstständige Handwerker bieten ihre Dienstleistungen auf Internetportalen an. Für ihre Teilnahme am Arbeitsmarkt zahlen sie einen hohen Preis: unsichere Lebensplanung, radikale Marktabhängigkeit und Konkurrenzdruck. Sie kommen aus dem Niedriglohnbereich nicht raus und haben keine Aussicht auf eine staatliche Altersvorsorge. Das Ideal der Selbstverwirklichung verkehrt sich in sein Gegenteil. Letztlich bringt das postfordistische Produktionsmodell, wie Philipp Lorig in seiner Studie zeigt, ein neues Tagelöhnertum hervor, das auf längst überwunden geglaubte Arbeitsformen zurückgreift. Inhalt
Dank 11
Einleitung 13
1 Dynamiken des Kapitalismus 21
1.1 Das fordistische Produktionsmodell 22
1.2 Das nachfordistische, marktzentrierte Produktionsmodell 29
1.2.1 Finanzmarkt-Kapitalismus und Shareholder Value 32
1.2.2 Vermarktlichung und Verschiebung der Marktgrenzen 36
1.2.3 Das ideologische Moment der Marktgrenzenverschiebung 42
2 Entwicklung und Wandel der Erwerbsarbeitsgesellschaft 46
2.1 Arbeit und Arbeitskraftnutzung im Wandel 46
2.1.1 Erwerbsarbeit als Vergesellschaftungsmoment 46
2.1.2 Erwerbsarbeit und der Umbau des Sozialstaats 53
2.2 Vom "Normalarbeitsverhältnis" zu atypischen Beschäftigungsformen 56
2.3 Prekäre Arbeit, Prekarisierung 64
2.4 Subjektivierung von Arbeit: Der Zwang zur Autonomie 78
2.4.1 Normative Subjektivierung von Arbeit 82
2.4.2 Von der Forderung nach Subjektivität zur Anforderung an das Subjekt 85
2.5 Service Work und Kundenorientierung 102
3 Arbeiten auf Werkvertragsbasis 112
3.1 Das Phänomen der Werkverträge 112
3.1.1 Werkverträge - ein neues altes arbeitspolitisches Instrument 112
3.1.2 Aufkommen und Einsatz 114
3.1.3 Werkverträge als besondere Form atypischer Beschäftigung 116
3.2 Erscheinungsformen von Werkverträgen 117
3.2.1 Unterschiede zu Leiharbeit 117
3.2.2 Outsourcing und Scheinwerkverträge 118
3.2.3 Rechtliche Unterscheidungen 123
3.2.4 Ergebnisorientierung und Zielvereinbarungen 125
3.2.5 Werkverträge und Selbstständigkeit - Formen des Einsatzes 126
3.3 Folgen des Werkvertragseinsatzes 128
3.3.1 Werkverträge und Lohndumping 128
3.3.2 Konsequenzen für Mitbestimmung und Organisation 129
3.3.3 Werkverträge und Prekarität 130
4 Selbstständigkeit im Niedriglohnbereich 132
4.1 Selbstständige Arbeit im Kapitalismus 132
4.1.1 Geschichte selbstständiger Arbeit 132
4.1.2 Selbstständigkeit in Deutschland 138
4.1.3 Soloselbstständigkeit in Deutschland 141
4.2 Selbstständige Arbeit und soziale Verwundbarkeit 147
4.2.1 Prekarisierungspotenziale von Soloselbstständigkeit 147
4.2.2 Ausgrenzungsrisiken durch prekäre Selbstständigkeit 150
4.2.3 Unsicherheit der Lebensplanung 153
4.2.4 (Nicht-)Umgang mit der Unsicherheit: das unberechenbare Hin-und-Her 154
4.3 Ökonomien der Not 156
4.3.1 Selbstständige Arbeit als Ausweg aus finanziellen Notlagen 156
4.3.2 Unternehmertum zwischen finanziellem Zwang und Freiwilligkeit: "prekäres Unternehmertum" 159
5 Der empirische Zugang zur Arbeits- und Lebenswelt der Soloselbstständigen 163
5.1 Methodische Ausgangslage 163
5.1.1 Der verstehende, interpretative Ansatz qualitativer Sozialforschung 163
5.1.2 Die Biographie als Ansatz des Verstehens 169
5.1.3 Erwerbsarbeit als Biographiegenerator der heutigen Zeit 174
5.1.4 Die Methode des biographisch-narrativen Interviews 180
5.2 Durchführung der Interviews 183
5.2.1 Feldzugang 183
5.2.2 Auswahlkriterien und weiterer Feldzugang 191
5.2.3 Ablauf der Interviews 193
5.2.4 Auswertung der Interviews 195
5.3 Dienstleistungen im Internet - das Beispiel MyHammer.de 201
5.3.1 Charakteristika von MyHammer.de 202
5.3.2 Abläufe von Angebot und Nachfrage 204
5.3.3 Bewertungen als Struktur- und Anerkennungsprinzipien 207
5.3.4 Unterbietungswettbewerb und Konkurrenzdruck 211
5.3.5 Abschließende Bemerkungen 214
5.4 Die erwerbsbiographische Erzählung von Herrn Esau 216
5.4.1 Unterpunkt I: gerichtliche Auseinandersetzungen 221
5.4.2 Unterpunkt II: prekäre Arbeit für Materialkosten 223
5.4.3 Objektive Verlaufsform und subjektive Erklärungen 227
5.5 Objektive Getriebenheit - subjektive Deutungsmuster 230
5.5.1 Überindividuelle Prozesse und Verläufe 230
5.5.2 Motoren der objektiven Getriebenheit 231
6 Schlussfazit: Philipp Lorig ist Soziologe und hat an der Universität Trier promoviert.

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