Description
Das Auge sieht Geschwindigkeit, das Innenohr spürt Stillstand. Das Gehirn wählt die Notbremse: Übelkeit. Mitte der 1990er Jahre, als Titel wie "Doom" und "Quake" den Ego-Shooter definierten, sahen sich Ärzte plötzlich mit einer neuen, bizarren Epidemie konfrontiert. Spieler litten unter starker Übelkeit, Schweißausbrüchen und Schwindel, obwohl sie still auf ihren Stühlen saßen. Es war die Geburtsstunde der "Simulator Sickness", ausgelöst durch einen winzigen, aber entscheidenden Kamera-Parameter: das Field of View (FOV).Virtueller Schwindel entschlüsselt die Neurobiologie hinter der Bewegungskrankheit am Bildschirm. Das Buch erklärt den fundamentalen Konflikt in unserem Gehirn: Unsere Augen melden rasante Bewegungen durch 3D-Labyrinthe, während unser Gleichgewichtsorgan im Innenohr absolute Stillstand signalisiert. Das Gehirn interpretiert diesen sensorischen Widerspruch als Halluzination durch Vergiftung - und reagiert folgerichtig mit dem Drang, sich zu übergeben.Wir analysieren die mathematische Kunst der virtuellen Kameraführung. Erfahren Sie, warum Konsolenspiele ein engeres Sichtfeld nutzen müssen als PC-Spiele, wie Entwickler mit Kamerawackeln (Head Bobbing) experimentierten und warum das perfekte FOV die ultimative Brücke zwischen Immersion und körperlichem Wohlbefinden ist.Begreifen Sie die Grenzen Ihres eigenen Nervensystems. Dieser Ausflug in die technische Historie zeigt, wie Game Designer lernen mussten, die menschliche Physiologie auszutricksen, bevor sie uns in virtuelle Welten entführen konnten.



