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Full Description
Ausgehend von Hans-Georg Gadamers eigener Kritik an Wahrheit und Methode entwickelt Tobias Keiling eine Hermeneutik ‚nach Gadamer'. Im Zentrum des ersten Teils steht die Frage, welches epistemische Selbstverständnis der Hermeneutik aus Gadamers Betonung des dialogischen und historischen Charakters von Verstehen folgt. Keiling nimmt Gettiers Kritik der Standardtheorie von Wissen und aktuelle Diskussionen um epistemische Tugenden auf, um Grundzüge einer spezifisch hermeneutischen Epistemologie zu skizzieren. Im zweiten Teil greift Keiling zentrale Positionen der Gegenwart auf: Gumbrechts Überlegungen zur Latenz von Sinn, Bredekamps Theorie des Bildakts und Boehms Bildhermeneutik lassen eine Theorie hermeneutischer Einbildungskraft hervortreten. Figal, Koch und Gabriel regen eine Neubestimmung des Verhältnisses von Hermeneutik und Realismus an. Im dritten Teil verdeutlichen Anwendungen Keiling Ansatz. Am Beispiel eines Gemäldes Gerhard Richters Betty lässt sich über die Ethik visueller Verletzlichkeit nachdenken. Bauten von Peter Zumthors und Alexander Schwarz erlauben das Verhältnis von Architektur und Geschichte zu bestimmen. In Auseinandersetzung mit Lear, Chakrabarty und Toadvine entwirft Tobias Keiling eine kritische Hermeneutik des Anthropozäns. Gadamers Hermeneutik, so zeigt sich, ist ebenso kritikwürdig wie unverzichtbar.
Contents
I. Programmatik
1. Im Ausgang von Wahrheit und Methode
2. Hermeneutik und das Problem der Rechtfertigung
3. Offenheit als epistemische Tugend
4. Hermeneutischer Humanismus
II. Dialoge
5. Zur Hermeneutik latenten Sinns
6. Hermeneutischer Kontextualismus
7. Realismus und Hermeneutik
III. Anwendungen
8. Über ein Bild Gerhard Richters
9. Bewahren/Erneuern. Hermeneutik der Architektur
10. Probleme einer hermeneutischen Anthropologie im Ausgang von W. G. Sebald
11. Geschichtliches Bewusstsein im Anthropozän



