Description
Mehr als eine TaubeRUACH, VIRIDITAS, SAPIENTIA UND SOPHIAWeibliche Schöpferkraft und Hl. Geist Darstellungen in der Sakralen KunstDurch das Sinnbild der Taube in den Darstellungen des Hl. Geistes, zusammen mit Gottvater und Christus als Hl. Dreifaltigkeit, wurde die gewaltige göttliche Schöpferkraft nur auf ihre sanften Auswirkungen reduziert, was zu einem unvollständigen Weltbild geführt hat. Dieses Buch soll dazu anregen, die Bedeutung der bisher zu wenig beachteten, als weiblich erscheinenden Symbolgestalten der göttlichen Lebenskraft neu zu erforschen. Dafür gibt es sowohl biblische als auch bildhafte Zeugnisse, deren Namen als Ruach, Viriditas, Sapientia und Sophia in der christlichen Literatur und Kunst bezeugt sind. So kann zum Beispiel die Gestalt der "Heiligen Grünkraft", genannt Viriditas, aus den Schriften der hl. Hildegard von Bingen, als Grundlage allen Lebens mit neuer Dringlichkeit gesehen werden, während Ruach den wie ein Sturmwind brausenden lebenserweckenden göttlichen Atem verkörpert, und Sapientia oder Sophia die göttliche Weisheit darstellen. Diese verschiedenen unterschiedlichen, weiblichen Gestalten versuchen zu veranschaulichen, dass es sich hier um ein großes Mysterium des christlichen Glaubens handelt. Denn dadurch ergibt sich ein weitaus umfassenderes Bild des Hl. Geistes, der als unfassbar mächtige und zugleich auch unendlich behutsame Kraft im Weltall und auf Erden wirksam ist. llse Friesen wurde als Tochter von lnge und Georg Strnadt, einem Mundartdichter, in Wien geboren und wuchs in einer gemischt evangelisch-katholischen Familie auf. Sie studierte in Wien, München und Innsbruck, wo sie als Kunsthistorikerin promovierte. In den Jahren 1972, 1973 und 1976 war sie als "freie Mitarbeiterin" am Bundesdenkmalamt in Wien tätig, verbrachte aber über 40 Jahre in Kanada. 1984 erwarb sie an der Universität von Toronto einen "Master" Titel in Theologie und wurde "Coordinator of Fine Arts" an der Wilfrid Laurier Universität in Waterloo, Ontario. Dort unterrichtete sie Europäische sowie Kanadische Kunstgeschichte und publizierte über Christliche Kunst und Kunsttherapie. 1998 und 1999 verfasste sie die Kataloge zu den Ausstellungen im Kloster Stams in Tirol über Albrecht Dürer und die hl. Kümmernis ("The Female Crucifix", 2001). Obwohl ihr Sohn in Ottawa lebt, entschloss sie sich vor einigen Jahren, ganz zu ihren Wurzeln zurückzukehren, um in dem reichen Kulturerbe dieser Stadt weiterhin zeitlose Schätze und wegweisende Anregungen zu entdecken.



