Description
Die Ausstellung Beweise für die Unzucht zeigt Materialien und Dokumente, die von der österreichischen Polizei im Zuge der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Frauen und Männer im Zeitraum von 1900 bis zum Ende der Strafbarkeit der "Unzucht wider die Natur" im Jahr 1971 beschlagnahmt wurden. Was einst Ausdruck von Intimität und persönlicher Freiheit war - Liebesbriefe, private Fotografien, Tagebücher, alltägliche Notizzettel, harmlose Erinnerungsstücke - wurde durch den staatlichen Zugriff in belastendes Beweismaterial verwandelt. Diese Dokumente, niemals für fremde Augen - weder für die Polizei, noch für Historiker:innen und auch nicht für Besucher:innen einer Ausstellung - bestimmt, stehen für tiefgreifende Verletzungen der Privatsphäre und markieren Momente, in denen Menschen ihre Sicherheit, ihr Selbstvertrauen, ihre Würde und ihre persönliche Integrität verloren.Das Buch vereint Essays zu Objekten der Ausstellung, die das Beweismittel als solches, die Dimension, die es für uns heute eröffnet, und die Biografie der:des Verfolgten miteinander verweben. 1994-1998 Ausstellungskurator am Jüdischen Museum Wien, 1998-2004 (Co)Leitung des Kultur und EntertainmentFestivals Wien ist andersrum, 1999-2021 freier Ausstellungskurator, 2014-2021 Leitung des wissenschaftlichkuratorischen Teams der österreichischen Ausstellung im Staatlichen Museum AuschwitzBirkenau. Seit 2007 CoLeitung von Qwien - Zentrum für queere Kultur und Geschichte, seit Juli 2022 Chefkurator am Jüdischen Museum Wien. hat in Wien und Berlin Geschichte und Germanistik studiert. Er ist seit 2018 Mitarbeiter bei Qwien - Zentrum für queere Kultur und Geschichte, u. a. für das Forschungsprojekt "VonHomoerotik zu Homophobie. Zur Dekonstruktion stereotyper Sexualitäts und Männlichkeitsbilder des 'Orients'". Seit 2021 leitet er bei Qwien Bibliothek und Archiv.



