Description
Antibürgerlichkeit, kulturelle Opposition, anarchistische Ideale: Die Boheme zu Beginn des 20. Jahrhunderts lässt sich als politisch geprägte Subkultur der literarischen Moderne verstehen. In ihrer Dissertation untersucht Laura Mokrohs anhand der drei exemplarischen Autor:innen Erich Mühsam, Margarete Beutler und Oskar Maria Graf das enge Verhältnis von Literatur und Politik in diesem Milieu. Ihre Analyse, die teilweise auf bislang unveröffentlichtem Nachlassmaterial beruht, rekonstruiert wie sich literarische und politische Entwicklung bei den drei Autor:innen gegenseitig beeinflussen. Im Fokus steht die gemeinsame Bildsprache ihrer Lyrik, in der Entwürfe von gesellschaftlicher Veränderung Gestalt annehmen.Es entsteht ein differenziertes Verständnis der Boheme als politisch-literarischer Raum, in dem Poetik und politische Subjektwerdung verknüpft sind. Zugleich wird mit Margarete Beutler eine bislang kaum erforschte Autorin neu sichtbar gemacht.In »bavaria. Münchner Schriften zur Buch- und Literaturgeschichte. Kleine Reihe« erscheinen Arbeiten zur Literatur in Bayern, die am Institut für Deutsche Philologie der Ludwig-Maximilians-Universität München entstanden sind. Waldemar Fromm ist Leiter der Arbeitsstelle für Literatur in München_/Bayern, Christine Haug leitet die Studiengänge Buchwissenschaft. Laura Mokrohs, geboren 1989, studierte Neuere Deutsche Literatur, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Europäische Ethnologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Mit der vorliegenden Dissertationsschrift wurde sie 2023 dort an der Arbeitsstelle für Literatur in Bayern promoviert. Sie ist Ausstellungskuratorin und arbeitet derzeit als Sammlungsleiterin im Valentin-Karlstadt-Musäum.



