Recycelte Bilder: Die Verweisstruktur im Videoclip am Beispiel von Fritz Langs Metropolis (Erstauflage. 2014. 124 S. 34 Abb. 220 mm)

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Recycelte Bilder: Die Verweisstruktur im Videoclip am Beispiel von Fritz Langs Metropolis (Erstauflage. 2014. 124 S. 34 Abb. 220 mm)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783958507593

Description


(Text)
METROPOLIS!... Nicht nur bekennende Cineasten kennen die besondere Relevanz der polymorphen Verweisstrukturen von Fritz Langs Urtext. Als ein intermediales Konglomerat visueller, auditiver und textueller Elemente bemächtigt sich der Videoclip verschiedener Kulturstile.
Als Vertreter einer neuen Vorstellung der Moderne sucht der Postmodernist nämlich sowohl nach epochaler Abgrenzung, als auch nach der Erschaffung neuer, kultureller Momente. Aus dem Zusammenhang gelöste Fragmente werden so zu Rohstoffen für originäre Bildkompositionen.
Die vorliegende Studie skizziert zum einen den historischen Verlauf von METROPOLIS Einzug in die populäre Videoclipkultur, zum anderen beleuchtet er ausgewählte Motive der Selbstinszenierung internationaler Künstler. Die Spannweite, der exemplarisch in Recycelte Bilder untersuchten Videoclips, erstreckt sich von Queens RADIO GAGA, Madonnas EXPRESS YOURSELF und BEDTIME STORY über Laibach und System of a Down bis hin zu Lady Gaga.
(Extract)
Textprobe:
Kapitel 3, Bilder Recycling - zur Wiederverwertung audiovisueller Artefakte:
Unbestritten zählt die Wiederverwertung oder Wiederaneignung, von in anderen Kontexten generierten (Film-) Bildern, zu den zentralen Gestaltungsmerkmalen des Videoclips. Das hier beleuchtete Bilder Recycling ist eine spezifische Disziplin, die eine Teilkomponente der filmischen Bilderproduktion darstellt. Dieses Element legt die Transformationen der zitierten Bilder dar und gibt Aufschluss über die Verweisstruktur des Mediums. Insbesondere Walter Moser trieb die Übertragung des Recyclingsbegriffes aus dem ökologisch-ökonomischen Umfeld in kulturwissenschaftliche Kontexte an. Daher wird die Ökonomie der kulturellen Praktiken und Objekte als recyclage culturel bezeichnet. Nach Eva Kimminich ist Recycling [ ] nicht gleich Recycling , da es in verschiedenen Ausprägungen stattfindet. Die Videoclipeigenschaft, sich Bildern aus anderen Kontexten zu bemächtigen, involviert eine Vielzahl von Phänomenenund dementsprechend disparaten Techniken, Methoden sowie Verfahren, die auf das Ausgangsmaterial angewendet werden.
Für die Gewährleistung von Transparenz werden die Praktiken dual, in to-recycle und to-re-use unterteilt. Beide Begriffe implizieren die Geste des Wegwerfens, die gleichzeitig die Voraussetzung ihrer Handlungsorientierung ist. In unterschiedlicher Weise habe beide etwas mit Wiederholungen, d.h. mit der (Wieder-) Aneignung oder Wiederherstellung von/aus bereits vorhandenem zu tun . To-recycle stellt eine Sonderform der Wiederverwertung kultureller Artefakte dar. Sie wird der Kategorie Müll zugeordnet und operiert unter der Voraussetzung, dass das Ausgangsmaterial aus seinen ursprünglichen Kontexten gelöst und einer radikalen Veränderung unterzogen wird. Auf diese Weise ist die jeweilige Herkunft nicht zwingend identifizierbar oder wiedererkennbar. Diese Praktik zeichnet sich durch differenzierende Um- oder Neucodierungen, beziehungsweise Umstrukturierungen und Rekontextualisierungen aus. Kimminich fasst zusammen: recycelt man etwas, liegt der Akzent auf der Transformation eines Gegenstandes, der der Kategorie Müll zugeordnet wurde. Er muss dazu zerstört, demontiert, zerstückelt, zerquetscht, eingeschmolzen oder verbrannt werden. Dieses Vorgehen ist in Bezug auf das filmische Material zwar nicht ratsam, jedoch beschreibt es zutreffend, dass es sich bei motivischem Recycling um eine technisch-ästhetische Bilderreproduktion und nicht mehr um Originalbilder handelt.
Wird etwas Reused , liegt der Akzent auf der Weiternutzung gebrauchter Gegenstände und kultureller Artefakte, in einem neuen Verwendungszusammenhang. Dabei bleibt die Materialität des filmischen (Ur-) Bildes intakt und die Verwertung vollzieht sich durch ein anverwandelndes Wiederbenutzen ( re-use ) der althergebrachten (vererbten) Symbolkonfigurationen, durch die die Mitglieder einer Gesellschaft sinnorientiert und funktionell geschaltet werden .
Die Umcodierung erfolgt durch Dekontextualisierung und Desemantisierung. Im Rahmen der Dichotomisierung soll sowohl der Zeichencharakter des Ausgangsmaterials als auch der Status der Wiedererkennbarkeit erhalten bleiben. Kirchmann wirft in diesem Kontext die Frage auf, ob Materialität und Semiose überhaupt voneinander zu trennen sind. Er gibt zu bedenken, dass es zu einer Verselbstständigung der Zitate kommen kann, bei der die Herkunft und die ursprüngliche Bedeutung zunehmend in den Hintergrund treten. In Bezug auf den Videoclip, vertritt William Moritz eine ähnliche Theorie: Fragen der Autorenschaft des Copyrights werden angesichts der postmodernen Aneignung immer vager und geradezu lächerlich. [ ]. Viele Rezipienten wissen nicht einmal mehr, ob sie eine Idee übernehmen oder von wem diese stammen könnte. [ ] Die entscheidende Frage ist deshalb nicht mehr so sehr Wo wurde das gestohlen? , sondern vielmehr Wie gut wird das wiederverwertet? .
Die Trennung von Materialität und Semiose symbolisiert dann k

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