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Description
(Text)
Im Schatten der Geschichte verweben sich ihre Schicksale. Simon ist der Vampir jüdischer Herkunft, von den Römern verfolgt und zum Unsterblichen geworden. Glan ist der Gargoyle, ein aus den Tiefen der Zeit hervorgegangenes Steinwesen. Zorn und Verbitterung treiben Simon an, seine Macht blind gegen alles vermeintlich Böse einzusetzen. Der Menschenfreund Glan nimmt die blutige Spur des Vampirs auf und kreuzt immer wieder seinen Weg. Ganz gleich, ob sie sich im Getümmel eines Kreuzzugs, im schottischen Unabhängigkeitskrieg oder anderswo im Wandel der Zeiten begegnen. Jedes Mal, wenn die beiden Kreaturen der ewigen Nacht aufeinandertreffen, steht die Geschichte der Menschen an einem Wendepunkt. Unter dem Eindruck großer Ereignisse erfüllen sie ihr Schicksal unbemerkt von der großen Masse der Sterblichen.
(Extract)
Eine halbe Stunde später machte ein Reiter derersten Reihe das Zeichen zum Halt. Er deutete mitseinem Arm nach vorne. Am Flussufer und in dergrasigen Prärie war nichts Auffälliges zu entdecken,aber es waren ein paar feine weiße Rauchschwaden zuerkennen, die zum blauen Himmel aufstiegen."Unvorsichtig", meinte Gelber Panther."Wovor sollten sie sich in Acht nehmen?",entgegnete Tikanti."Weiße Männer, feindliche Stämme ...""Es gibt hier kaum weiße Männer und dieser Stammdort vorne hat zwar Feinde, aber er braucht sie nichtzu fürchten.""Du meinst, das ist ..."Gelber Panther beendete den Satz nicht. SeineAugen waren weit aufgerissen.Tikanti nickte."Ja, ich bin überzeugt, dass wir Weißauges Sippegefunden haben.""Es gibt den Medizinmann also wirklich? Er istnicht nur eine Legende?""Wer soll es denn sonst sein? Nach denBeschreibungen der Sauk und Fox, die wir vor einigenTagen verlassen haben, gibt es hier im Umkreis vonmehreren Tagesreisen keine anderen Völker. Dafürmuss es einen Grund geben, und dieser Grund liegtetwa zehn Meilen vor uns. Lasst uns weiterreiten, in 171etwa zwei Stunden sind wir da."Tikanti gab das Zeichen zum Weiterreiten. SeineLeute setzten ihre Pferde wieder in Bewegung.Allerdings war es mit der Ruhe vorbei. Bei derErwähnung des Namens Weißauge war Leben in dievorher so disziplinierten Krieger gekommen. Einwirres Gemurmel setzte ein, und jeder tuschelte mitseinem Nebenmann über Geschichten, die zu demsagenumwobenen Medizinmann kursierten.Gelber Panther fühlte sich unwohl. Tikanti konnteseinem Neffen ansehen, dass ihm etwas auf der Seelelag. Er druckste etwas herum, machte seinem Herzenschließlich doch Luft."Glaubst du, dass es eine gute Idee ist, den StammWeißauges aufzusuchen?""Warum nicht?", entgegnete Tikanti."Nun, man hört so verschiedene Dinge, die seltsamund gefährlich anmuten.""Was für Dinge?", fragte der Häuptling.Gelber Panther zögerte ein wenig."Sie sollen sehr grausam sein und sich vom GroßenGeist abgewendet haben.""Welcher Art sollendie Grausamkeiten sein?""Sie sind fürchterlich im Kampf und haben schonviele Kämpfe gewonnen, bei denen sie in Unterzahlwaren. Sie benutzen Lange Messer und auchFeuerstöcke wie die Weißen, und sie kämpfen beiNacht. Und auch ihre Frauen kämpfen mitfurchterregender Leidenschaft und das Schlimmste ist,dass sie ihrem Medizinmann Menschenopfer bringen 172sollen. Weißauge soll schon uralt sein.""Wer hat dir das alles erzählt?""Grauer Adler.""Wer hat Grauem Adler die Geschichte erzählt?""Ich weiß es nicht, aber er ist ein alter, weiser Mann,der schon vieles gesehen und gehört hat.""Höre, Gelber Panther. Ich selbst habe auch schonviele Geschichten über Weißauge und seinen Stammgehört. Aber ich habe noch niemanden getroffen, derWeißauge selbst gesehen hat. Die Grausamkeit seinerLeute kann einfach nur Tapferkeit sein. Ich habe auchnie gehört, dass Weißauges Leute von sich aus irgendjemanden angegriffen hätten. Wenn du denGeschichten aufmerksam lauschst, würdest dumerken, dass sie sich immer nur gewehrt haben. Dasssie die Waffen der Weißen benutzen, ist für mich eherein Zeichen der Klugheit. Wenn sie ihre Frauenkämpfen lassen, deutet es darauf hin, dass sie sie alsgleichwertig schätzen, und die Sache mit denMenschenopfern halte ich für erfunden.""Ich meine nur, dass wir vorsichtig sein sollten",erwiderte Gelber Panther."Das ist ein guter Rat. Wir werden vorsichtig sein.Aber solange wir uns nicht gegen Weißauge wenden,wird er sich auch nicht gegen uns wenden. Schließlichwollen wir seine Hilfe."Gelber Panther sperrte Mund und Augen auf."Du meinst ..."Tikanti nickte."Ja, ich will ihn für unsere Mission gewinnen."



