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Description
Dieses Buch erzählt eine Geschichte von zwei außergewöhnlichen Ungarn mit speziellen Begabungen. Ihre Wege kreuzten sich mehrere Male. Lange Zeit schien es, als könnten sie sich auf eine gedeihliche Zusammenarbeit einigen. Letztlich sollte jeder für sich Ungarn und Europa seinen ganz eigenen Stempel aufdrücken und einen Einfluss entfalten, für den er heute überall auf der Welt bekannt ist.George Soros ist der ältere der beiden Männer. Er betrat 1984 reich und mächtig die politische Bühne in Ungarn und brachte umfassende Pläne für gesellschaftliche Veränderungen mit. Mit den wankenden kommunistischen Eliten des Landes einigte er sich schnell und gründete die Soros-Stiftung, die inzwischen weltweit berühmt-berüchtigt ist. Der jüngere Viktor Orbán machte Ende der 1980er-Jahre erstmals von sich reden, wurde zum Wortführer des Regimewechsels und verkörperte die Hoffnungen der Kämpfer für ein neues, demokratisches Ungarn. Auch Soros erkannte Orbáns Potenzial und spendierte ihm einen Studienaufenthalt im Ausland. Das hätte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden sollen. Doch alles kam ganz anders. Gábor Fodor, geboren 1962 in Gyöngyös (Gengeß), schloss 1999 sein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Miskolc ab. An der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) in Budapest wurde er 2003 in Politikwissenschaft promoviert und habilitierte sich 2011 ebendort. Er lehrte fast eineinhalb Jahrzehnte am Institut für Politikwissenschaft der ELTE und drei Jahre am Institut für Politikwissenschaft der Corvinus-Universität Budapest.Vier Jahre lang erhielt er ein Stipendium für Nachwuchsforscher der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Er hatte mehrere Forschungsstipendien in Österreich inne (2000, 2003, 2007), war Gastdozent an der Aoyama-Gakuin-Universität in Tokio (2010) und Stipendiat des XXI.-Jahrhundert-Institutes (2000-2001, 2003-2004). 2005 erhielt er den Jugendpreis der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, 2007 den Aurél-Kolnai-Preis für die beste politikwissenschaftliche Publikation des Jahres, 2008 den Bezerédj-Preis und 2009 die Bolyai-Plakette der Ungarischen Akademie der Wissenschaften für herausragende Forschung. Ab 2007 arbeitete er bei der Századvég-Stiftung, ab 2011 als Strategiedirektor, ab 2016 als Stellvertretender Vorsitzender und 2018-2021 als Vorsitzender. Ab 2015 war er Chefredakteur des Onlineportales 888.hu. Seit 2021 ist er Strategiedirektor des XXI.-Jahrhundert-Institutes. Er hat Bücher unter anderem über die »bürgerlichen Radikalen«, die politische Philosophie von Eric Voegelin und die Kunst des Regierens verfasst, die unter anderem von der Stiftung Public Foundation for the Research of Central and Eastern European History and Society veröffentlicht wurden.Fodor war 1988 zudem einer der Mitgründer des Fidesz, verließ die Partei jedoch 1993 zusammen mit weiteren Angehörigen des liberalen Flügels aus Protest gegen den von Viktor Orbán angestrebten Schwenk hin zu einer stärker nationalkonservativ ausgerichteten Politik. Er trat in der Folge dem linksliberalen Bund Freier Demokraten (SZDSZ) bei, der in einem Wahlbündnis mit der Sozialistischen Partei (MSZP) eine Mehrheit über den Fidesz erringen und 1994-1998 sowie 2002-2009 die Regierungskoalition stellen konnte. Fodor war an diesen Regierungen als Minister für Bildung (1994/95) bzw. für Umweltschutz und Wasserversorgung (2007/08) beteiligt. 2008 wurde er zum Parteivorsitzenden des SZDSZ gewählt, verließ die Partei jedoch bereits im Folgejahr nach deren schwerer Niederlage in der Wahl zum Europäischen Parlament und trat von all seinen politischen Ämtern zurück.Nachdem sich der SZDSZ 2013 infolge mehrerer Korruptionsskandale hatte auflösen müssen, gründete Fodor mit der Ungarischen Liberalen Partei eine Nachfolgeplattform, die jedoch schnell ebenfalls in linksliberale Gefilde zu driften begann. 2019 trat er als Parteivorsitzender zurück und auch aus dieser Partei aus. Damit zog sich Fodor nach Jahrzehnten als Abgeordneter zum ungarischen Parlament (1990-2019) und zum Europarat (1991-1993) aus der Parteipolitik zurück; er gründete anschließend das Forschungsinstitut zur politischen Transformation in Mitteleuropa (Közép-európai Rendszerváltást Kutató Intézet, KRKI), das sich der Analyse des Umbruches in den ehemaligen Ostblockstaaten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion widmet, und ist seither dessen Geschäftsführer. Mária Schmidt, Jahrgang 1953, ist Historikerin und Generaldirektorin einer Gedenkstätte (Terror Háza/Haus des Terrors) in Budapest, Ungarn. Zunächst war sie als Lehrerin (Fächer: Deutsch, Geschichte) tätig; 1999 erfolgte die Promotion, 2005 die Habilitation. Sie lehrte bereits an Universitäten in Oxford, Paris, Berlin, Tel Aviv, New York und vielen weiteren.Wiederholt wirkte Schmidt als offizielle Beraterin des mehrmaligen (und amtierenden) ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Als erste Stipendiatin der Open Society Stiftung von Georges Soros kennt sie überdies NGOs und Netzwerkarbeit in Theorie und Praxis. Ihr Essay über die für Deutschland und Ungarn so verhängnisvollen Jahre 1918 bis 1923 und die »Geburt einer neuen Welt« (Budapest/ Stuttgart 2019) liegt in mehreren Sprachen vor. Darin bezeichnet Sie die Pariser Vorortverträge als »verfehltes Friedenswerk«, dem der Nährboden für kommende Verwerfungen innewohnte.Heute vertritt Schmidt Standpunkte ungarischer und europäischer Selbstbehauptung. »Gegenüber dem Neoliberalismus oder Postliberalismus sollte bewahrt bleiben«, so teilte sie der Zeitschrift »Sezession« (Heft 93) mit, »was sich über die Zeiten bewährt hat. Meinungsfreiheit, die Freiheit des Glaubens und des Gedankens, die Gleichheit vor dem Gesetz etc. Alles andere sollten wir hinter uns lassen. Entweder verfügen die Nationen und die Staaten über eine Widerstands- und Selbstreinigungskraft, die es ihnen erlaubt, sich neuerlich zu erschaffen, oder sie besitzen diese Kraft nicht, und dann kann ihnen nichts mehr helfen.«



