Description
(Short description)
Ronald Mundhenk, mit seinen Publikationen bekannt gewordener Pastor und Krankenseelsorger in der Psychiatrie, unternimmt mit diesem Buch eine Erkundungsreise in die außergewöhnliche religiöse Welt im Grenzgebiet zwischen Gesundheit und Krankheit, Himmel und Hölle. Es ist eine Welt, in der die gewagtesten Spekulationen ebenso zu Hause sind wie eine unbeirrbare Frömmigkeit.
(Extract)
"'Gott liebt die Psychiater, aber Gott hasst die Psychiatrie'
So sagt es Herr H. Herr H. ist ein gläubiger Mensch. Seine Lebensgeschichte ist reich an religiösen Erlebnissen und Gedanken. Seit Anfang der 1960er Jahre gilt er als psychisch krank. Mehr als vierzig psychiatrische Behandlungen folgten. Über seine erste psychiatrische Aufnahme schreibt er: 'Am 1. Mai 1962 wurde ich von meinem Vater ... in die Universitätsklinik in Kiel gebracht. Es ist heute 46 Jahre, 60 Tage, 60 Stunden her: Diese Einweisung läuft einher mit meiner Wiedergeburt. Jesus hat es gefallen, mir seit diesem Tag viele Dinge erstrebenswert erscheinen zu lassen ... Die Institution, die bei jedem Versuch (diese Ziele zu erreichen) die zerstörende Kraft war, ist die Psychiatrie!' (...)
Immer wieder ist in ähnlicher Weise von psychisch kranken Menschen zu hören, dass die Probleme im Grunde erst mit der Aufnahme in die Psychiatrie begonnen hätten. Bis dahin hätten sie sich eigentlich ganz okay gefühlt, manchmal sogar großartig. Erst die psychiatrische Unterbringung aber, deren Sinn und Notwendigkeit sie ohnehin nicht begriffen hätten, habe sie 'krank' gemacht. (...)"
(Author portrait)
RONALD MUNDHENK, geboren 1953 in Hamburg. Studium der ev. Theologie, Germanistik und Erziehungswissenschaften. Dr. theol., Psychodrama-Leiter. Seit 1990 Pastor und Krankenseelsorger in den psychiatrischen Kliniken Heiligenhafen und Neustadt in Schleswig-Holstein. Veröffentlichungen zum schizophrenen Erleben und zur Seelsorge in der Psychiatrie (z.B. "Sein wie Gott", 3. Auflage 2007, "Der geteilte Mantel", 2005), Vorträge und Seminare zum Verhältnis von Psychiatrie und Religion. Vier erwachsene Kinder, vier Enkelkinder. "Ich bin sehr dankbar für unendlich viele Begegnungen mit psychisch kranken Menschen und für das Vertrauen, das mir geschenkt wurde."



