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Description
(Text)
Tagebücher, wie sie die Menschen auch in der Gegenwart schreiben - manche ganz modern als »Blog«, viele nach wie vor handschriftlich in eine Kladde -, haben kaum je das Interesse der Psychologie geweckt. Das ist durchaus erstaunlich, handelt es sich doch um faszinierende Daten, mit deren Hilfe sich ganz unterschiedliche Fragen stellen und verfolgen lassen:Zunächst einmal sind Tagebücher Protokolle menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns, ganz unmittelbar verfasst aus der Ich-Perspektive. Sie ersetzen natürlich weder Leitfaden- noch narratives Interview, weder Befragung noch Beobachtung - aber sie bieten doch einen weiteren, bislang wenig genutzten methodischen Zugang zum eigentlichen Gegenstand der Psychologie. Im Grundsatz lassen sich nahezu alle Themen der modernen Psychologie - Familie und Beziehung, Jugend und Alter, Identität, Beruf, Krankheit und vieles mehr - durch die Analyse von entsprechenden Tagebüchern bearbeiten und untersuchen.Darüber hinaus stellen Tagebücher jedoch auch eine bestimmte literarische (oder quasi-literarische) Form dar, mit einer historischen Entwicklung, die sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind - aber auch mit charakteristischem Einfluss auf dasjenige, was in dieser Form zum Ausdruck gebracht werden kann und wird. Diesem Einfluss (der Tagebuchform) genauer nachzugehen und dabei festzustellen, wie umgekehrt die Intentionen der Tagebuchschreibenden auch zu Variationen der Form führen, macht die Analyse von Tagebüchern zu einem höchst spannenden und lehrreichen Unterfangen zwischen den Disziplinen. - Die vorliegende Arbeit nimmt solche Fragen auf und führt sie einer Klärung näher, auch (und nicht zuletzt) durch die exemplarische Analyse der Tagebücher zweier knapp zwanzigjähriger Mädchen.
(Table of content)
Einleitung1. Kleine Geschichte psychologischer Tagebuchforschung1.1 Tagebuch und Psychologie1.2 Was ist ein Tagebuch?1.3 Tagebuchanalysen I: Das Tagebuch als Form (Siegfried Bernfeld)1.4 Tagebuchanalysen II: Der Inhalt des Tagebuchs (Charlotte Bühler)1.5 Tagebücher in der Psychologie - seit Bernfeld und Bühler2. Kontext und Anlage der Arbeit2.1 Desiderata der bisherigen Tagebuchforschung2.2 Vorerwartungen und Erkenntnisprozeß2.3 Eigene Erkenntnisinteressen2.4 Das eigene Vorgehen (Methodisches)2.4.1 Materialsammlung2.4.2 Materialaufbereitung und -auswahl2.4.3 Materialauswertung3. Tagebuchanalysen 3.1 Das Tagebuch von Hildegard T.3.1.1 Material3.1.2 Thematische Übersicht3.1.3 Analyse3.1.4 Psychisches Geschehen im Tagebuch3.2 Das Tagebuch von Stefanie L.3.2.1 Material3.2.2 Thematische Übersicht3.2.3 Analyse3.2.4 Psychisches Geschehen im Tagebuch4. Einige Ergebnisse und ihre Bewertung4.1 Kulturpsychologischer Ertrag4.1.1 Psychische Funktionen des Tagebuchschreibens4.1.2 Formmomente des Tagebuchs4.2 Methodologische SchlußbemerkungLiteraturAnhangTagebücher, wie sie die Menschen auch in der Gegenwart schreiben - manche ganz modern als 'Blog', viele nach wie vor handschriftlich in eine Kladde -, haben kaum je das Interesse der Psychologie geweckt. Das ist durchaus erstaunlich, handelt es sich doch um faszinierende Daten, mit deren Hilfe sich ganz unterschiedliche Fragen stellen und verfolgen lassen:Zunächst einmal sind Tagebücher Protokolle menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns, ganz unmittelbar verfasst aus der Ich-Perspektive. Sie ersetzen natürlich weder Leitfaden- noch narratives Interview, weder Befragung noch Beobachtung - aber sie bieten doch einen weiteren, bislang wenig genutzten methodischen Zugang zum eigentlichen Gegenstand der Psychologie. Im Grundsatz lassen sich nahezu alle Themen der modernen Psychologie - Familie und Beziehung, Jugend und Alter, Identität, Beruf, Krankheit und vieles mehr - durch die Analyse von entsprechenden Tagebüchern bearbeiten und untersuchen.Darüber hinaus stellen Tagebücher jedoch auch eine bestimmte literarische (oder quasi-literarische) Form dar, mit einer historischen Entwicklung, die sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind - aber auch mit charakteristischem Einfluss auf dasjenige, was in dieser Form zum Ausdruck gebracht werden kann und wird. Diesem Einfluss (der Tagebuchform) genauer nachzugehen und dabei festzustellen, wie umgekehrt die Intentionen der Tagebuchschreibenden auch zu Variationen der Form führen, macht die Analyse von Tagebüchern zu einem höchst spannenden und lehrreichen Unterfangen zwischen den Disziplinen. - Die vorliegende Arbeit nimmt solche Fragen auf und führt sie einer Klärung näher, auch (und nicht zuletzt) durch die exemplarische Analyse der Tagebücher zweier knapp zwanzigjähriger Mädchen



