Patient Massenmörder : Der Fall Ernst Wagner und die biopolitischen Diskurse (Edition DISS Bd.25) (2009. 184 S. 20.5 cm)

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Patient Massenmörder : Der Fall Ernst Wagner und die biopolitischen Diskurse (Edition DISS Bd.25) (2009. 184 S. 20.5 cm)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783897717541

Description


(Short description)
Im Sommer 1913 tötete der schwäbische Hauptlehrer Ernst Wagner seine Familie und neun weitere Menschen. Die Studie erfasst und analysiert die Diskurse um Wahnsinn und Verbrechen, die sich bis heute an dem Aufsehen erregenden Fall fortschreiben. Davon ausgehend leistet die Untersuchung einen bemerkenswerten Beitrag zu einer kritischen Psychiatriegeschichte des 20. Jahrhunderts eines Jahrhunderts, in dem nicht nur Ernst Wagner, sondern auch seine namhaften Ärzte zu Tätern wurden.
(Text)
Hirnforschung, die Täter der RAF, Amokläufe in Schulen - in der Auseinandersetzung über solche Themen beziehen sich WissenschaftlerInnen und JournalistInnen bis heute auf einen Mordfall, der sich vor einem knappen Jahrhundert ereignete. Ernst August Wagner, Hauptschullehrer aus Degerloch bei Stuttgart, tötete in der Nacht vom 3. auf den 4. September 1913 seine Frau und seine vier Kinder. Anschließend erschoss er neun weitere Menschen und verletzte elf schwer. Bis 1938 fristete er sein Leben in einer psychiatrischen Anstalt. Immer wieder stellte er fest: Er bedauere nicht, seine Kinder getötet zu haben, da sein ganzes Geschlecht entartet sei. Hier traf sich die Rede des Mörders mit der seines Arztes. Robert Gaupp, Leiter der Universitätsnervenklinik Tübingen, machte Ernst Wagner zu seinem Fall und entwickelte an ihm die Lehre von der echten Paranoia. Parallel dazu forderte der angesehene Mediziner als Befürworter von Eugenik, Rassenhygiene und Zwangssterilisation schon 1920 die "Vernichtung lebensunwerten Lebens". Die Studie untersucht das Geflecht biopolitischer Diskurse, in dem sich der Mörder und sein Arzt gemeinsam bewegten. Erstmals werden die den Fall bis heute begleitenden Schriftdokumente aus Presse, Politik und Wissenschaft erfasst und kritisch kommentiert. Ausgehend vom Fall Wagner weist der Autor nach, wie die Psychiatrie systematisch die Reichweite ihrer Diskurse ausdehnte, bis im Nationalsozialismus schließlich eliminatorische ärztliche Praktiken möglich wurden. Der Täter Ernst Wagner und seine Psychiater erscheinen somit als Referenzfiguren eines Jahrhunderts der Biopolitik, das keineswegs 1945 endete.
(Author portrait)
Rolf van Raden studierte Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2008 Mitarbeit in der Diskurswerkstatt des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Er arbeitet als freier Journalist und promoviert zu psychiatrisch-literarischer Arzt-Patientenkommunikation / Paranoiadiskursen im deutschen Kaiserreich.

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