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Description
Fremdkörper dringen in den Körper ein, bewegen sich in ihm, nisten sich ein. Ob natürlich oder künstlich, zerstören sie den Körper, erhalten aber auch seine Funktionen, transformieren ihn gar und erweitern seine Fähigkeiten. Fremdkörper werden gezielt eingesetzt oder finden ihren Weg einzeln oder im Verbund auf ihre Weise, oft mit viralen Strategien. Der Körper dient Fremdkörpern als Nahrung, doch auch er selbst verzehrt Fremdkörper und fremde Körper. Fremdkörper sind dem Subjekt Objekte, auch der Körper wird objektiviert: Körperteile werden entnommen, wan-dern zwischen den Körpern oder in der Welt, man verpflanzt sie und verwahrt sie in Schreinen und betet sie an. Körper werden gepfählt, ausgeweidet, verstümmelt, von innen und außen verschlungen - oft aus Vergnügen und für höhere Ziele. Nicht nur Fremdkörper und Organe, auch Ideen sind verpflanzbar, nackt und für sich oder an Fremdkörper gebunden. Je nach Perspektive der Deutung kann das Fremde zum Eigenen werden und das Eigene zum Fremden. Entstellungen, ein "falsches" Geschlecht und technischer Ausbau verfremden den Körper und lösen Befremden aus. Gewachsenen Körperschaften erscheint Fremdes häufig als Fremdkörper, und der einzelne Mensch und ganze Kulturen können sich vom eigenen Körper entfremden, sogar das Ich selbst kann zum Fremdkörper mutieren, alles schwankt zwi-schen Selbstauslöschung und Selbstüberwindung.
Die Autoren des sechsten Bandes der Reihe "Aspekte der Medizinphilosophie" beleuchten mit umfassender interdisziplinärer Methodik die Metaphern vom Körper und seinen Fremdkörpern und zeigen die Ideen auf, die sich darin verkörpern. Christian Hoffstadt/Franz Peschke/Andreas Schulz-Buchta/Michael Nagenborg
VORWORT 9
Christian Hoffstadt/Franz Peschke/Andreas Schulz-Buchta/Michael Nagenborg
EINLEITUNG 9-12
I. Eindringlinge
Theo Steiner
KÖRPEREIGENE FREMDKÖRPER UND VERRÜCKTE WISSENSCHAFTLER 15-31
Andreas Böhn
Christian Hoffstadt/Franz Peschke/Andreas Schulz-Buchta/Michael Nagenborg
VORWORT
Christian Hoffstadt/Franz Peschke/Andreas Schulz-Buchta/Michael Nagenborg
EINLEITUNG
I. Eindringlinge
Theo Steiner
KÖRPEREIGENE FREMDKÖRPER UND VERRÜCKTE WISSENSCHAFTLER
Andreas Böhn
VON ALIENS, SELTSAMEN MÜTTERN UND PERVERTIERTEN GEBURTEN
Fremdkörper im Science-Fiction-Film
Andreas Schulz-Buchta
DR. ALIEN OPERIERT NICHT MEHR
Entführung durch Außerirdische - Hypnose, Implantate, Medizin
Franz Peschke
ORGANRAUB
II. Fremd im eigenen Leib
Remo Bernasconi
WAS HEISST FREMD
Franz Peschke/Christian Hoffstadt
DAS GESTORBENE ICH
Eine Notiz zum Cotard-Syndrom
Sebastian Lerch
BLEIBE ICH ICH?
Das Problem der Wesensveränderung nach Hirnoperationen und ihre Implikationen zwischen Fremd-Wahrnehmung und Selbst-Täuschung
Ruth Spiertz
GEFANGEN IM EIGENEN KÖRPER
Das Entfremdungsphänomen aus philosophischer Sicht
Guido Rappe
DER KÖRPER ALS FREMDKÖRPER DER SEELE
Leibphilosophische Bemerkungen zu anthropologischen Grundlagen von Heilkunst aus interkultureller Sicht
Knut Martin Stünkel
DER FREMDKÖRPER DER VERNUNFT
Johann Georg Hamanns metakritische Rehabilitation des Körpers
Anke Haarmann
DAS FREMDE IM BAUCH
Der Geist der Verdauung im kulturellen Vergleich
Patrick Baur
DAS HERZ ALS EINDRINGLING
Die Idee des Fremdkörpers in Jean-Luc Nancys L'Intrus
III. Körpertransformation // Körpertechnologie
Andreas Schulz-Buchta
KÖRPERREISEN
Fantastic Voyage oder Innerspace als Umwelt
Christian Hoffstadt
ZWISCHEN FLEISCHLICHKEIT, MASCHINE UND VIRTUALITÄT
Transformationen des menschlichen Körpers in David Cronenbergs "eXistenZ"
Bianca Westermann
AMBIVALENZEN DES CYBORGS
Die spielerische Entfaltung postmoderner Körper
Anhang: Auszug aus der Stellungnahme der europäischen Gruppe für Ethik in Naturwissenschaften und neuen Technologien bei der europäischen Kommission vom 16. März 2005
ETHISCHE ASPEKTE DER VERWENDUNG VON INFORMATIONS- UND KOMMUNIKATIONSTECHNOLOGISCHEN
(IKT-)IMPLANTATEN IM MENSCHLICHEN KÖRPER
IV. Zwischenkörperliches
Michael Nagenborg
PARADIESISCHE KÖRPER
Franz Peschke
FREMDE KÖRPER - DIE VORHÄUTE JESU
Florian Mildenberger
HERMAPHRODITISMUS
Von der medizinischen Chiffre zum historisierten Begriff
Christian Hoffstadt
PARAPHILIE-DARSTELLUNGEN IM FILM
Über die Ästhetik der Perversion und die Lust am Schrecklichen
V. Krieg, Gewalt, Narben
Sabine Müller
FREMDKÖRPER
Entstellungen in antiker Wahrnehmung
Dieter Michelbach
"GEPFÄHLT"
Fremdkörpermetaphern im Vampirismus-Diskurs
Anne Marno
FREMDKÖRPER
Menschlich-technische Hybridformen in der Grafik Otto Dix'
Sabine Berthold
FREMDE KÖRPER
Die Figur des Märtyrers in kulturwissenschaftlicher Perspektive
Dominik Schrey
"IF I DIE, YOU CAN EAT ME"
Kannibalismus als Motiv im Spielfilm
Jürgen Engel
BUNKER ALS XENOSOMA
Konflikte in der Adaptation von Luftschutzbunkern
VI. Epidemisches
Isabell Otto
INVASION DER MIKRO-PARTIKEL
Zur Mediendebatte über Feinstaub
Franz Peschke
EIN EWIGER KREBS
Christian Hoffstadt
DIE PEST DER POSTMODERNE
Virale Metaphern als Selbstinszenierung postmodernen Denkens
Franz Peschke Christian Hoffstadt, M. A. Jahrgang 1972; Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Karlsruhe. Er hat seine Dissertation zum Thema "Denkräume und Denkbewegungen. Untersuchungen zur Architektur-Metaphorik in der Philosophie" Ende 2007 an der Universität Karlsruhe eingereicht und erwartet nun gespannt auf seine disputatio.
Mitbegründer und Herausgeber der Reihe "Aspekte der Medizinphilosophie". Weitere Infos zu Forschungsschwerpunkten und Publikationen unter www. christian-hoffstadt.de
Dr. med. Franz Peschke ist seit 1998 in München als Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse niedergelassen. Seine medizingeschichtliche Promotionsarbeit ist unter dem Titel "Ausländische Patienten in Wiesloch. Schicksal und Geschichte der Zwangsarbeiter, Ostarbeiter, 'Displaced Persons' und 'Heimatlosen Ausländer' in der Heil- und Pflegeanstalt, dem Mental Hospital, dem Psychiatrischen Landeskrankenhaus Wiesloch und dem Psychiatrischen Zentrum Nordbaden" in der Reihe "Abhandlungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften" als Heft 103 neu veröffentlicht worden. Er schrieb eine Geschichte der Pflegeanstalt Rastatt "Schreck's Anstalt: Eine Dokumentation zur Psychiatrie und 'Euthanasie' im Nationalsozialismus am Beispiel der Pflegeanstalt" (1993). Derzeit schreibt Franz Peschke an einer Arbeit über die Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch in der Zeit des 3. Reiches und an einer semiotisch-linguistischen Untersuchung. Seit 2005 ist er Mitherausgeber und Autor in der Reihe "Aspekte der Medizinphilosophie".
Andreas Schulz-Buchta, M. A. Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Karlsruhe (TH); Veröffentlichungen im Rahmen der Reihe: Der Mensch als Prothesengott. (zusammen mit Christian Hoffstadt) In: Vom Höhlengleichnis zum Gehirnkino, hg. von Klaus Reichert/Christian Hoffstadt, Freiburg 2002, S. 207-239. Geschichte und Aspekte der medizinischen Abbildung. In: ZeichenSprache Medizin, hg. von Klaus Reichert/Christian Hoffstadt, Freiburg 2004, S. 76-108. Staatsfeind Nr. 1. Marginalien zu Medizin, juristischem Gesetz und sozialer Norm. In: ZeichenSprache Medizin, hg. von Klaus Reichert/Christian Hoffstadt, Freiburg 2004, S. 247-314. Seit 2005 Mitherausgeber der Reihe.
Dr. phil. Michael Nagenborg Jahrgang 1968; ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Interfakultären Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen. Dort arbeitet er im Rahmen des Forschungsprojektes "Terahertz-Detektionssysteme: Ethische Begleitung, Evaluation und Normenfindung" (THEBEN) zu den Themen Sicherheit, Überwachung und Privatheit. Weitere Schwerpunkte seine Arbeit bilden die Themenbereiche (Sub-)Kultur und Philosophie sowie Informations- und Medienethik. www.michaelnagenborg.de



