Description
Am Beispiel des mitteleuropäischen Handwerks beleuchtet der Band den von Werner Sombart geprägten Begriff der "Nahrung". Sombart umschrieb damit ein für die vorindustrielle Zeit zentrales Streben nach standesgemäßem Auskommen breiter Bevölkerungsteile. Das Konzept der "Nahrung" ist für die Geschichte der Wirtschaftsmentalitäten von großer Bedeutung und der darin angelegte Gegensatz zwischen dem Streben nach "standesgemäßen Auskommen" und dem "Erwerbsstreben" für die Erforschung der Frühen Neuzeit maßgeblich. Dabei wurde die Tragfähigkeit dieses Konzepts kaum jemals kritisch beleuchtet. Die Beiträge haben zum Ziel, den in weiten Teilen der Forschung präsentierten Gegensatz von "Nahrung" bzw. "Gemeinwohl" und "Markt" zu hinterfragen. Am Beispiel des mitteleuropäischen Handwerks beleuchtet der Band den von Werner Sombart geprägten Begriff der 'Nahrung'. Sombart umschrieb damit ein für die vorindustrielle Zeit zentrales Streben nach standesgemäßem Auskommen breiter Bevölkerungsteile. Das Konzept der 'Nahrung' ist für die Geschichte der Wirtschaftsmentalitäten von großer Bedeutung und der darin angelegte Gegensatz zwischen dem Streben nach 'standesgemäßem Auskommen' und dem 'Erwerbsstreben' für die Erforschung der Frühen Neuzeit maßgeblich. Dabei wurde die Tragfähigkeit dieses Konzepts kaum jemals kritisch beleuchtet. Die Beiträge haben zum Ziel, den in weiten Teilen der Forschung präsentierten Gegensatz von 'Nahrung' bzw. 'Gemeinwohl' und 'Markt' zu hinterfragen. Vorwort - 7Robert Brandt / Thomas Buchner: Einleitung - 9Reinhold Reith: Abschied vom 'Prinzip der Nahrung'? Zur Anthropologie des Marktes - 37Thomas Buchner: Die Rezeption von Nahrung in der handwerksgeschichtlichen Forschung seit dem Nationalsozialismus - 67Christof Jeggle: Nahrung und Markt in Ökonomien städtischer Gewerbe in der Frühen Neuzeit. Das Leinengewerbe in Münster - 95Anke Sczesny: Nahrung, Gemeinwohl und Eigennutz im ostschwäbischen Textilgewerbe der Frühen Neuzeit - 131Robert Brandt: Das Innungshandwerk in Frankfurt am Main im 18. Jahrhundert - 155Christine Werkstetter: Nahrung als Argument bei Frauenarbeit und Frauenhandeln im städtischen Zunfthandwerk - 201Literaturverzeichnis - 225Autoren - 251Tagungsteilnehmer - 255 Robert Brandt, M.A. Geboren 1967. Dozent für Geschichte an der Universität Frankfurt und an der VHS Frankfurt. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Stadt Frankfurt, Geschichte der Geschichtswissenschaft.Thomas Buchner, Dr. Geboren 1974. Assistent am Institut für Geschichte der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkte: Geschichte des Handwerks und der Zünfte, Geschichte der Arbeit, Traditionen der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.Buch im Verlag für Regionalgeschichte:Nahrung, Markt oder Gemeinnutz. Werner Sombart und das vorindustrielle Handwerk, 2004 Die Herausgeber monieren die Unterkomplexität und mangelnde empirische Fundierung des Sombartschen Nahrungsprinzips. Aus dieser Skepsis folgt als Programm des Sammelbandes dessen Delegitimierung. Zum einen soll die Wirkungsgeschichte des Sombartschen Konzepts - quasi als Selbstreflexion der Handwerksgeschichte - analysiert, zum anderen der Terminus 'Nahrung' aus seiner Verwendung in den Quellen rekonstruiert werden. Ein ungelöstes Problem dieses fruchtbaren Ansatzes bleibt vorerst noch die Synthesebildung: Was schreibt man in die Handbücher, wenn man Sombart herausstreicht? Auf diese Frage kann der gelungene und sehr stringente Sammelband noch keine Antworten liefern - aber er liefert Stoff zum Nachdenken. Alexander Engel, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 54, 2006



