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Description
Aktuell scheint die Geschichte der Bilder (und allgemeiner: der visuellen Medien), die seit den den 1990er-Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung in Gesellschaft und Wissenschaft erlebten, in eine neue Phase zu treten und weitere Ambivalenzen zu Tage zu fördern. Das betrifft zum einen die enorm beschleunigte Distribution von Bildern in den sozialen Medien, zum anderen die mittels KI eröffneten Möglichkeiten der Bildgenerierung, deren Effekte sich bisher noch gar nicht absehen lassen. Insbesondere haben sich die technischen Möglichkeiten der Bildmanipulation in einem Maße erhöht, dass sie die uns bisher bekannten Verfahren der Bildbearbeitung (etwa im Rahmen der digitalen Fotografie oder mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop) als harmlose Spielerei und die ehemals übertrieben wirkenden Bilddystopien bei Vilém Flusser oder Jean Baudrillard als aktuelle Gesellschaftsdiagnosen erscheinen lassen.Bilder im Aufbruch: Herausforderungen der Bildwissenschaft versucht, diesen neuerlichen Entwicklungen nachzuspüren. Dafür nehmen die Autor*innen in interdisziplinärer Weise eine kritische Bestandsaufnahme theoretischer und terminologischer Fragen zu Bildern einerseits sowie zu neuen Bildphänomenen und -formen andererseits vor. Marcel Lemmes, Stephan Packard, Klaus Sachs-Hombach: Bilder im Aufbruch: Herausforderungen der BildwissenschaftJoachim Knape: Probleme der Bildtheorie und BildrhetorikTobias Schöttler: Pluralismus der Bildwissenschaft: Möglichkeiten und Grenzen der BildtheorienJakob Steinbrenner: Bildbegriffliche Modalitäten oder mit was, beziehen wir uns auf was?Hans Dieter Huber: Can We Learn Something from the Past for the Future? About Integrity, Authenticity and Trustworthiness of Digital ImagesZsuzsanna Kondor: Vom Symbolischen zum Wörtlichen: die Rolle von Bildern in der MetaphysikNicola Mößner: Gründe einsehen. Visuelle Repräsentationen im Prozess des wissenschaftlichen VerstehensGoda Plaum: Lernen mit, von und an BildernStefan Meier: »Es war einmal auf dem Rittersturz ...!« Digitales Storytelling als didaktisches Konzept multimodaler Kohärenzstiftung, illustriert an einem Beispiel aus der bundesdeutschen VerfassungsgeschichteThomas Wilke: Knowledge, Style und Sichtbarkeit - Divergierende Bildwelten des HipHop und von HipHop-Welten im divergierenden BildVeronica Bezold, Thomas Knieper: Scrolling Through Cute Cats and Swastikas: On Defining Political Internet Memes and Studying Mimetic Challenges for Today's DemocracyDieter Mersch: Künstliche Intelligenz, Kreativität und ZufallMarcel Lemmes: Beyond the Hyperreal: digitale Bilder und KI - Eine Herausforderung für die Bildsemiotik?Andreas Schelske: Die kulturelle Bedeutung der KI-BilderStephanie Geise: Generative Imagery: Potenziale und Herausforderungen KI-generierter Bilder in politischen DiskursenBettina Berendt: Consensual Counterfeit PeopleStephan Packard: Modernes Bilddispositiv und postdigitale Filterung: pragmatizistische Perspektiven auf die Frühzeit der medialen Kontrolle KI-generierter BilderLukas R.A. Wilde: KI-Bilder und die Widerständigkeit der Medienkonvergenz: Von primärer zu sekundärer Intermedialität?Über die HerausgeberÜber die Autor:innen Marcel Lemmes, Jahrgang 1996, ist Medienwissenschaftler und forscht vor allem zu Fragen der sozialformativen Affordanzen digitaler Medien. Insbesondere interessiert er sich für soziale Medien im Spannungsfeld von Alltagskultur und Politisierung und die Spezifika visueller Desinformation und populistischer Visualisierungsstrategien. Aktuell sind hierbei insbesondere jüngere Transformationen der Bildkultur (etwa Internet-Memes oder Sharepics) für ihn in den Fokus gerückt. Forschungsschwerpunkte: soziale Medien, Internet-Communitys, digitale Bildphänomene, Generative Imagery, Memes, Populismus und populistische Kommunikation, visuelle Desinformation. Stephan Packard ist Professor für Kulturen und Theorien des Popularen an der Universitat zu Koln. Er ist Herausgeber der Zeitschrift Mediale Kontrolle und Sprecher der Third-Mission-Plattform Medienapokalypsen: Hoffnungen und Ängste zum medialen Wandel. Zuletzt erschienen die Bände Innovative Methods in Multimodal Comics Research (hg. mit Janina Wildfeuer, Zeitschrift für Semiotik 45/2023), The Social, Political, and Ideological Semiotics of Comics and Cartoons (hg. mit Lukas R.A. Wilde, punctum: International Journal of Semiotics 7.2/2022) und Being Untruthful. Lying, Fiction, and the Non-Factual (hg. mit Monika Fludernik, 2021).Forschungsschwerpunkte: Mediensemiotik, Comicforschung, Zensur und andere Formen medialer Kontrolle, populäre Bildkulturen, Transmedialitat, Narratologie, Begriffe der Fiktion und der Virtualitat, Wissenschaftskommunikation. Klaus Sachs-Hombach, geb. 1957, studierte Philosophie, Psychologie und Germanistik an der Universität Münster. 1990 schloss er seine Promotion an der Universität Münster ab, 2003 die Habilitation an der Universität Magdeburg. Von 1991 bis 1993 erfolgte ein Forschungsaufenthalt in Oxford und am MIT in Cambridge, MA. Seit 2011 ist er Professor für Medienwissenschaft (Medieninnovation/Medienwandel) am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen. Forschungsschwerpunkte: Bildtheorie, Kommunikationstheorie, Medientheorie, Zeichentheorie, Ästhetik, Kulturtheorie, Geschichte und Theorie der Psychologie und Kognitionswissenschaft. Aktuelle Publikationen: Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2003/²2006/³2013; Bilder - Sehen - Denken. Zum Verhältnis von begrifflich-philosophischen und empirisch-psychologischen Ansätzen in der bildwissenschaftlichen Forschung. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2011 (Hg. mit Rainer Totzke); Origins of Pictures. Anthropological Discourses in Image Science. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2013 (Hg. mit Jörg R. J. Schirra); Bildwissenschaft und Visual Culture. Köln [transcript] 2014 (Hg. mit Marius Rimmele und Bernd Stiegler).



