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Description
Diese Studie untersucht die sowjetische Reiseskizze bzw. -reportage der Zwischenkriegszeit, die bis heute ihre Aktualität bewahrt hat. Als ein politisches Mittel sowie ein transgressives und interkulturelles Genre hat sie die russischsprachige Literatur für neue Technologien geöffnet. Das Massenmedium bezieht neben Akteuren rund um LEF wie Sergej Tret'jakov, Boris Kusner und Viktor Sklovskij eine Reihe von Frauen ein, darunter Vera Inber, Mari_tta Saginjan und Zinaida Richter. Die Studie nimmt Konfigurationen des reisenden Schreibens, Fotografierens und Filmens in den Blick. Close readings auf der Basis eines intertextuellen und -medialen Zugangs entwerfen eine Typologie, die die fluide Genrehaftigkeit als produktiven Zustand diskutiert: Dabei greifen Vergleichs-, Evidenz- und Abenteuernarrative ineinander. Für das Erfassen der Beziehung mobiler Praktiken und intertextueller Poetiken unterbreitet die Analyse das Konzept der Intertravelität. Dr. phil. Tatjana Hofmann hat Europäische Ethnologie, Slavistik und Germanistik in Berlin studiert und wurde mit einer Arbeit zu urbanen, lokalen und nationalen Raumsemantiken in postsowjetischer ukrainisch- und russischsprachiger Literatur an der Universität Zürich 2012 promoviert. Von 2013 bis 2017 ist sie Redaktionsmitglied der komparatistischen Zeitschrift der UZH »Variations« gewesen. Seit 2013 arbeitet sie am Slavischen Seminar im SNF-Projekt »Reisetexte von Sergej M. Tret'jakov bzw. Avantgardistische Topograf(i)en der frühen Sowjetunion«. Ihre Habilitationsschrift »Die frühsowjetische Reisereportage. Medienpoetik eines Massengenres« untersucht das Verhältnis von Journalismus, Literatur und Reisepraktiken bei der (De-)Konstruktion der Sowjetunion.



