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Description
Eigentlich tue ich damit nichts anderes, als ich schon immer getan habe. Für einen Neu- anfang brauche ich dringend einen Ortswechsel. Wenn ich es genau bedenke, waren meine unendlich vie- len größeren und klei- neren Umzüge stets eine Flucht vor etwas oder jemandem. Aber dass ich nun vorhabe, in eine Stadt zurückzugehen, die ich einst heimlich verlassen habe, ist auch für mich Neuland. (...)Vom vorliegenden Roman Traumleicht können wir eines verraten, ohne der Frage nachzugehen, "wovon er handelt", nämlich dass es um einen Liebesroman geht, eingebettet in die Länder des "real existierenden Sozialismus", der DDR und Polens, der Ungarischen Volksrepublik und Westdeutschlands.Briefe und Tagebuchaufzeichnungen erinnern gelegentlich schon an die romantische Erzählweise des 19. Jahrhunderts.Aber bleiben wir in Hans-Henning Paetzkes Welt, in der der konkrete Hintergrund zur Darstellung von Charakteren und Leidenschaften sozusagen als Kulisse dient. Es handelt sich hierbei um eine Fähigkeit, die der Historiker der Zeitgeschichte dem Prosaautor zu Recht neiden könnte. Denn während Ersterer sie nur den Tatsachen gemäß festhält, wird die Wahrheit von Letzterem phantasievoll erfunden.György Dalos Hans-Henning Paetzke, geboren 1943 in Leipzig, nach amerikanischem Granatwerferangriff verschüttet, bis zum fünften Lebensjahr stumm, 1960 wegen Verunglimpfung des Staatsoberhaupts der DDR Verweisung von sämtlichen Gymnasien der DDR, 1960/63 Ausbildung als Schauspieler, 1963 fristlose Kündigung durch das Staatliche Dorftheater Prenzlau wegen Verletzung der Staatsbürgerpflichten, 1963/64 Verbüßung einer Gefängnisstrafe wegen Wehrdienstverweigerung, 1967 Abitur, 1967 bis 1976 Studium der Klassischen Philologie, Germanistik und Psychologie in Halle/S., Budapest und Frankfurt/M., 1968 Emigration nach Ungarn, 1973 nach Frankfurt/M., 1981 bis 1985 Persona non grata in der DDR, 1985 bis 1988 Persona non grata in Ungarn, 1994 Rückkehr nach Budapest. Seit 1968 freiberuflich tätig als literarischer Übersetzer, Herausgeber, Journalist und Schriftsteller (den ersten Roman schrieb er unter dem Pseudonym Maria Piontek). Auszeichnungen (Auswahl): Milán-Füst-Übersetzerpreis (Budapest 1993), Tibor-Déry-Übersetzerpreis (Budapest 1996), Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn (1999), Bundesverdienstkreuz am Band (2008). Letzte Romanveröffentlichungen: Andersfremd (Mitteldeutscher Verlag 2017), Heimatwirr (Mitteldeutscher Verlag 2019).



