Meermädchen und Sternensegler : Geschichten zwischen Traum und Wirklichkeit (2015. 188 S. 7 Abb. 19 cm)

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Meermädchen und Sternensegler : Geschichten zwischen Traum und Wirklichkeit (2015. 188 S. 7 Abb. 19 cm)

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  • 製本 Hardcover:ハードカバー版
  • 商品コード 9783862823819

Description


(Text)
Ein Buch zum Träumen, Sehnen und Sternensegeln. Jetzt auch als traumhafte Geschenkidee in der hochwertigen Hardcover-Ausgabe!Sieben zauberhafte Geschichten entführen den Leser in märchenhafte Welten, an die unbändige Küste des Atlantiks und in die dichten Wälder des Nordens. Sie erzählen von der Sehnsucht nach Freiheit und dem Wunsch nach Zweisamkeit, von der Suche nach dem eigenen Glück und der Magie der Selbsterkenntnis. Durch Mut und Zuversicht werden Träume Wirklichkeit.'Er flog mit dem Wind. Schneeflocken auf den Lippen. Eiskristalle in den Haaren. Ein Licht im Herzen. '
(Extract)
Aus: Silay und der SternenseglerDie Sehnsucht der Menschen ist so alt wie die Menschheit selbst. Nicht jeder ist von ihr beseelt, doch jene, denen sie bei der Geburt die Spur der Rastlosigkeit ins Herz gräbt, werden sie ihr Leben lang in sich tragen.Auch Eirik trug diese Spur in seinem Herzen. Er lebte an der Küste des Nordmeeres, wo im Winter die Schneewölfe heulten und im Sommer die Wiesen von den gelben Blüten der Ährenlilien leuchteten.Es war eine Zeit, in der das Leben der Menschen noch eng mit den über Generationen weitererzählten Legenden verflochten war. Jedermann fürchtete sich, in Raureifnächten einem Faun zu begegnen, den eisigen Atem der Quellnymphen zu spüren oder sich im irrlichternden Leuchten einer Moorelfe zu verirren.Äußerlich glich Eirik den Männern seines Volkes, trug wie sie ein weites Hemd, darüber ein Wams aus Tierfell und seine verblichenen Hosen steckten in Lederstiefeln. Er fuhr, wie es schon sein Großvater und dessen Vater taten, zum Fischen aufs Meer und durchstreifte mit dem Langbogen die Wälder. Als er genügend Geld gespart hatte, kaufte er sich auf dem Pferdemarkt in Dalvik ein eigenes Ross, eine kräftige braune Stute mit wachen Augen und Feuer im Blut. Wenn sie Eirik auf ihrem Rücken durch die Wälder und über die Wiesen trug, donnerte die Erde unter ihnen.Die Kochfeuer waren gelöscht und durch die Luft zog der schwache Geruch warmer Asche. Eirik legte den Kopf in den Nacken. Tiefschwarz spannte sich der Himmel über das Land, gespickt mit unzähligen winzigen Edelsteinen, deren Funkeln die Nacht durchbrach. Wie so häufig war es jedoch ein einzelner, der mit seiner flammenden Strahlkraft Eiriks ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. In jenem Augenblick durchzog ein Stich den Brustkorb des Nordmanns. Er presste beide Hände gegen die Rippen, als müsse er sein Herz davor bewahren, herauszufallen. Wie ein Feuer glühte und loderte es in ihm und eine unsichtbare Kraft griff nach seinem Herzen. Es dauerte nicht lange. Schon bald beruhigte er sich und das Stechen verebbte. Was blieb, war eine namenlose Leere in seinem Inneren, kalt und taub, die mit nichts zu füllen war.Über ihm funkelte der Stern. Fern und unerreichbar. Oft hatte er darüber nachgedacht, wie es wohl sein möge, hinaufzusegeln, in seiner Nähe zu sein. Ob dort die Antwort auf seine brennende Sehnsucht verborgen lag??Eirik wandte sich ab. Stets mit Verlangen in der Brust vom Glanz der Sterne zu träumen, erfüllte ihn mit tiefer Traurigkeit. Wieder drückte sein Herz hart von innen gegen den Brustkorb. Etwas darin trieb ihn. Und zum ersten Mal gab er ihm nach.Ohne lange darüber nachzudenken, lief Eirik zum Schuppen. Die Stute schnaubte leise, als er sich auf ihren Rücken schwang.Die Nacht war finster wie ein Brunnenschacht und die Umrisse der Umgebung verloren sich innerhalb der Dunkelheit. Eirik lockerte die Zügel, als er merkte, dass die Stute den Weg kannte. Gleichmäßig und zielsicher trabte sie dahin. Nach einer Weile aber veränderte sich ihr Schritt. Die Bewegungen wurden weicher, so als federe ein Polster die Aufschläge der Hufe ab. Eirik wagte einen Blick nach unten.Sie berührten die Erde nicht mehr?!Angst stieg in ihm auf, jagte sein Blut wie einen reißenden Strom durch seinen bis in die kleinste Zelle angespannten Körper. Gefangen im Sog der Furcht fiel ihm das Atmen schwer und seine Herzschläge erschienen ihm wie das Echo des Hufschlags. Doch nach wenigen Augenblicken löste sich die Qual, um einer Mischung aus Neugierde und Freude zu weichen. Die Hände in die Mähne des Tieres gekrallt und seine Knie zu beiden Seiten fest an den Rumpf gepresst, hielt Eirik das Gleichgewicht und sie glitten durch die Luft, weit hinauf. Baumwipfel, Berghänge und die silberne Schnur des großen Flusses blieben unter ihnen zurück. Der Himmel wölbte sich wie ein Segel über ihnen und die Sterne wirkten wie Symbole auf einem Kompass. Vom Nachtwind getragen, gelangten Eirik und seine Stute im Schutz des Segels höher und höher.

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