Wien, 2. November 2020 : Eine mediologische Spurensuche

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Wien, 2. November 2020 : Eine mediologische Spurensuche

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  • 商品コード 9783854497103

Description

Wir alle werden heutzutage zur unmittelbaren Beobachtung von Attentaten, Terroranschlägen und Kriegsgeschehen geradezu genötigt. Schockierende Gewalttaten sind zum selbstverständlichen Bestandteil des alltäglichen Medienkonsums geworden. Diese Präsenz birgt nicht nur die Gefahr eines fatalen Gewöhnungseffekts, sondern befördert auch deren extremistische Instrumentalisierung. Es scheint notwendiger denn je, sich bewusst zu werden, welche Rolle und Verantwortung uns bei der medialen Zeugenschaft zukommt.Im Zentrum des Essays steht der jihadistisch motivierte Anschlag vom 2. November 2020 in Wien, bei dem vier Menschen getötet und 23 weitere zum Teil schwer verletzt wurden. Während die polizeilichen und juristischen Ermittlungen abgeschlossen sind, bleibt eine geistes- und kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung ausständig, die helfen kann, das Ereignis angemessen zu reflektieren.Dies erfolgt über eine medienkritische Spurensuche, da Terroranschläge komplexe Medien ereignisse sind. Sie werden ganz gezielt und kalkuliert herbeigeführt, um jene Balance zu erschüttern, die uns über Handlungsroutinen und Seh- und Denkgewohnheiten durch den Alltag führen. In erster Linie wird also versucht, die Selbstverständlichkeit eines Kollektivs zu attackieren und so weit wie möglich die öffentlichen Bereiche in Schrecken und Lähmung zu versetzen.Oftmals bedeutet das aber auch, dass die traumatischen Erfahrungen der direkt Betroffenen bei aller Anteilnahme keine Chance haben, sich gegenüber den verselbständigten Prozessen öffentlicher Wahrheits- und Meinungsbildung zu behaupten. Obwohl sie die Hauptleidtragenden sind, waren sie ja niemals aktiver Teil der »Kommunikation«, die der oder die Attentäter auf höherer Ebene mit der gesamten Gesellschaft eingegangen sind. So oder so bleibt man als Geschädigte öffentlich »geframed«. Objekt im Kampf um die Deutungshoheit von Gewaltverbrechen zu werden, ist die zusätzliche Brutalität, die zu jeder Tat hinzukommt.Diese Feststellung geht in Überlegungen über, in welchem Maß der Schutz von Betroffenen von Gewalt im Umgang mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 aufgehoben wurde. Die Geisteswissenschaften stehen vor der Herausforderung und Pflicht, tragfähige Alternativen zu den vorherrschenden polemischen Engführungen im politischen Diskurs zu formulieren. Christian Zolles, Studium der Geschichte und Germanistik in Wien, längere Gastaufenthalte in Glasgow, Berlin, Tübingen und Konstanz, forscht und lehrt an den Schnittstellen von historischer Grundlagenforschung, Geschichts- und Kulturtheorie sowie Literaturwissenschaft.

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