Description
(Text)
Das totale Marketing nimmt sich bis zur Selbstverleugnung zurück. Die absichtslose Kunst hilft ihm, seine Interessen zu verschleiern. Mit wachsendem Raffinement eignen sich Konzerne ästhetische Strategien an. Sie beerben die kulturelle Avantgarde. Nicht zufällig sind die wertvollsten Marken der Welt auch die ästhetisch und poetisch ambitioniertesten. Werbung wird immer doppelbödiger, ironischer und literarischer. Sie wirbt nicht mehr, sondern erzählt: digital, multimedial, vernetzt und interaktiv. In Echtzeit und auf allen Kanälen. Red Bull inszeniert mythische Heldenfahrten, Coca-Cola erzählt "wahre Geschichten", Apple fragt nach dem Vers des Lebens. Und im "Storyversum" der sozialen Netzwerke wird das Erzählen zum Vehikel des Selbstmarketings. Dabei ist das größte Kapital des Erzählens sein Anschein, keines zu sein.
(Table of content)
BedeutungsinvestitionMarketing als AvantgardeHeldenfahrtenDie globale Konjunktur eines ErzählmustersWare GeschichteDie poetische Strategie des neuen MarketingsSimulierte RealwirtschaftDer lange Lauf einer Bank zu sich selbstGerahmte RealitätSimulation einer bewohnbaren WeltDrehbuch der WirklichkeitExkurs über konstruktivistische PraxisErzählen in EchtzeitSimulation des geteilten AugenblicksGeschichtenmaschinenDie Automatisierung der PoesieTausendundeine MachtDie Grenzen der ErzählökonomieLiteratur
(Author portrait)
Michael Esders, 1971 in Lohne bei Oldenburg geboren, Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie in Münster. 1999 Promotion mit einer Arbeit über Kurze Prosa. Literarische, literaturwissenschaftliche und essayistische Veröffentlichungen. Zuletzt erschien: Die enteignete Poesie. Wie Medien, Marketing und PR die Literatur ausbeuten. Bielefeld: Aisthesis 2011.



