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Diplomarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich BWL - Handel und Distribution, Note: 1,0, Hochschule für angewandte Wissenschaften München (Betriebswirtschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: Inhaltsangabe:Zusammenfassung:
Ein Grund für die Wahl des Themas dieser Arbeit war die geringe Verfügbarkeit deutschsprachiger Literatur zu dieser Materie. Es gibt zwar einige Autoren, die sich mit dem islamischen Wirtschaftssystem auseinandergesetzt haben, aber meist nur unter technischen und klassisch-ökonomischen Gesichtspunkten.
Gegenstand dieser Abhandlung ist die eingehende Betrachtung des Aspektes Wirtschaft eingebunden in den übergeordneten Rahmen der Lehre des Islam. Was Teil B der Arbeit betrifft, so gibt es zwar vielseitige Informationen, was die Theorie kultureller Unterschiede betrifft, aber wenig Beispiele, die gezielt auf interpersonelle Kommunikation mit Personen des islamischen Glaubens eingehen.
Die vorliegende Arbeit soll nicht dem Vergleich verschiedener Wirtschaftssysteme dienen, sondern dem westlichen Leser das ihm weitgehend unbekannte Wirtschaftssystem des Islam vorstellen. Hier muss zur Abgrenzung teilweise Bezug auf vorherrschende Wirtschaftssysteme genommen werden. Basiswissen zu diesen Wirtschaftssystemen sowie Kenntnisse über grundlegende wirtschaftliche Mechanismen und Marktfunktionen werden vorausgesetzt.
Es wurde auf eine aufwendige Transkription der arabischen Termini verzichtet, da dies für den arabischsprachigen Leser unnötig ist und dem deutschsprachigen Leser keine wirkliche Hilfe bietet. Die für die Identifikation und Quellenforschung notwendigen arabischen Begriffe werden in einfachen lateinischen Buchstaben umschrieben. Es ist bei Muslimen üblich, nach der Nennung von Propheten eine Segensformel auszusprechen, was hier auch berücksichtigt wird. Nach der Nennung des Namen Muhammads sagt man sall-Allahu alaihi wa sallam (wörtlich Allahs Segen und Heil auf ihm), kurz (s). Nach der Nennung anderer Propheten lautet die Formel alaihi as-salam (wörtlich Friede auf ihm), kurz (a).
Dem mit dem islamischen Recht (arabisch Fiqh) nicht vertrauten Leser wird auffallen, dass früheste Quellen der islamischen Geschichte verwendet werden. Dies ist für eine wissenschaftliche Abhandlung, die sich mit dem Islam beschäftigt, unerlässlich.
Als Quelle der qur'anischen Zitate wurde die deutsche Übersetzung des Qur'ans von Ahmad von Denffer gewählt. Das verwendete Werk zeichnet sich durch die Worttreue zum Original aus, auch wenn der Text dadurch weniger flüssig zu lesen ist. Für Zeitangaben werden in dieser Arbeit ausschließlich die Datumsangaben nach westlicher Zeitrechnung gebraucht. Im Namen Allahs des Gnädigen, Barmherzigen. Unter dieser Präambel werden Verträge im islamischen Recht geschlossen. Sie drückt die Statthalterschaft des Menschen auf Erden aus. Alle Verträge werden unter Gottes Beobachtung und Duldung abgeschlossen. Die Statthalterschaft ist nach islamischem Glauben nicht absolut, sondern muss unter Befolgung von Gottes Weisungen gelebt werden.
Auch das vorherrschende Wirtschaftssystem der westlichen Welt hat seine Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Offensichtlich ist aber, dass nicht alle an dem Wohlstand einzelner Gruppen oder Länder teilhaben. Im Gegenteil, die Kluft zwischen wirtschaftlich Gutgestellten und Menschen in Not wird immer größer. Ohne destruktiv zu sein und alternativlos kritisieren zu wollen, soll hierfür, falls nicht vorhanden, ein Bewusstsein geschaffen und eine Anregung für ein alternatives Handeln gegeben werden.
Es gibt kein Wirtschaftsmodell, das sich nicht der Kritik von der einen oder anderen Seite stellen muss. Das liegt wohl auch daran, dass es bei der Ordnung des Zusammenlebens, insbesondere bei den Reglements des wirtschaftlichen Verkehrs, Zielkonflikte gibt. Das uneingeschränkte Verhalten des einen kann im Widerspruch zur Sicherheit eines anderen stehen. Man muss also einz...



