Description
In der aktuellen Debatte um Inklusion bleibt die Autismus-Therapie oft eine Randerscheinung der Erziehungswissenschaft. Julia Tierbach widmet sich in ihrer systematischen Untersuchung der zentralen Frage, wie Teilhabe unter den spezifischen Bedingungen des Autismus-Spektrums rekonstruiert und theoretisch gefasst werden kann. In der aktuellen Debatte um Inklusion bleibt die Autismus-Therapie oft eine Randerscheinung der Erziehungswissenschaft. Julia Tierbach widmet sich in ihrer systematischen Untersuchung der zentralen Frage, wie Teilhabe unter den spezifischen Bedingungen des Autismus-Spektrums rekonstruiert und theoretisch gefasst werden kann. Die Besonderheit dieser Arbeit liegt in ihrem multidisziplinären Ansatz: Die Autorin verbindet die materialistische Behindertenpädagogik mit der Feldtheorie Pierre Bourdieus. Dieser theoretische Rahmen wird durch Methoden der rekonstruktiven Sozialforschung untermauert, wodurch ein analytischer Zugang entsteht, der die konstitutiven Spannungsverhältnisse im Feld der Autismus-Therapie präzise offenlegt. DanksagungAbkürzungsverzeichnisEinleitung1 Verhältnisbestimmungen von Teilhabe - Teilhabe als Bestimmung von Verhältnissen1.1 Das Verhältnis zwischen Teilhabe und Behinderung1.1.1 Das Geflecht zwischen Behinderung - Teilhabe - Normalität1.1.2 Ausgrenzung, Ausschluss und Isolation - oder: Was es heißt, nicht teilzuhaben1.1.3 Rechtliche Verankerungen und Verstrickungen1.2 Teilhabe im und als Verhältnis zu Inklusion - Partizipation - Zugehörigkeit1.2.1 Teilhabe und Inklusion1.2.2 Teilhabe und Partizipation1.2.3 Teilhabe und Zugehörigkeit1.3 Teilhabe und pädagogisches Handeln - oder: Die Pädagogisierung von Teilhabe2 Das Spektrum der Konstruktionen von Autismus2.1 Verhalten als Diagnosekriterium2.2 Zur Einordnung neuropsychologischer Erkenntnisse im Erklärens- und Verstehensprozess2.3 Vom Verhalten zu den Verhältnissen - oder: Reduktionistische Sichtweisen auf Autismus überwinden2.3.1 Kulturhistorische Vorüberlegungen2.3.1 Zur Rekonstruktion von Autismus als Verhältnis in Verhältnissen2.4 Spannungsverhältnisse der Konstruktionen von Autismus im Kontext der Pädagogik2.4.1 Pathologisierende Konstruktion und normalisierende Förderung2.4.2 Ambivalenzen einer neurodiversitätsorientierten Pädagogik2.5 Exkurs: Kindheit und Behinderung3 Teilhabe in der Pädagogik mit Menschen im Autismus-Spektrum3.1 Verhältnisbestimmung zwischen Pädagogik, Förderung und Therapie3.2 Rehistorisierung3.3 Teilhabe als Begegnung im gemeinsamen Sprachraum4 Das Feld der Autismus-Therapie4.1 Rechtliche Einordnung von Autismus-Therapie4.2 Aktueller Forschungsstand4.3 Zur Entwicklung einer feldtheoretischen Perspektive4.3.1 Grundzüge der Feldtheorie4.3.2 Relative Autonomie von sozialen Feldern4.3.3 Spielregeln und illusio4.3.4 Feld(un)zugehörigkeit4.3.5 Doxa4.3.6 Kapitalformen4.3.7 Habitus, Feld und Praxis4.4 Autismus-Therapie - ein feldtheoretischer Systematisierungsversuch4.4.1 Das doxische Verständnis von Autismus4.4.2 Die Verortung von Teilhabe in der Feldlogik der Autismus-Therapie4.4.3 Die Position der Professionellen im Feld4.5 Konturierung der Forschungsfrage(n)5 Method(olog)ischer Rahmen der empirischen Rekonstruktionen5.1 Grundannahmen rekonstruktiver Sozialforschung5.2 Narrative Interviews mit Expert:innen5.3 Praxeologische Wissenssoziologie und Dokumentarische Methode5.4 Forschungspraxis5.4.1 Gemeinsames Interpretieren in Interpretationsgruppen5.4.2 Interpretationsschritte der Dokumentarischen Methode5.4.3 Feldzugang und Durchführung der Erhebung5.4.4 Fallauswahl6 Sinngenetische Typenbildung6.1 Typ I - Aushandlung von divergierenden Erwartungen6.1.1 Aushandeln von elterlichen Erwartungen6.1.2 Aushandeln von Erwartungen an das Umfeld6.2 Typ II - Vermittlung zwischen Autismus und Normalität6.2.1 Vermittlung auf Ebene der Zugehörigkeit6.2.2 Vermittlung auf Ebene der dilemmatischen Besonderung6.3 Typ III - Veränderung und Öffnung von Beziehungs- und Handlungsräumen6.3.1 Veränderung und Öffnung nach außen6.3.2 Veränderung und Öffnung im Innen7 Die Bedeutungen von Teilhabe im Feld der Autismus-Therapie7.1 Das Ringen an der Grenze zwischen Autismus und Normalität7.2 Die Wechselseitigkeit von Beziehungen als ein Ringen um gemeinsame Bedeutungen7.3 Das Ringen als Spannung in der Zusammenarbeit mit Eltern7.4 Ausblick und Anfragen an das Feld der Autismus-Therapie7.5 Grenzen der empirischen UntersuchungSchlusswortLiteratur Julia Tierbach ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen der Universität Siegen. Sie hat Rehabilitationswissenschaften mit den Schwerpunkten Jugendhilfe und Soziale Arbeit sowie Rehabilitation von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen studiert und an der Fakultät für Bildung, Architektur und Künste der Universität Siegen promoviert.Stand: Oktober 2026



