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Description
(Text)
Rebellierend und flanierend proklamiert der Futurist Mychail Semenko eine Revolution in Gesellschaft und Sprache.Der ukrainische Futurist Mychajl Semenko begehrt auf: gegen traditionsverhaftetes Denken in seinem Land, gegen das Verharren im gesellschaftlich Überkommenen. Gegen den Nationaldichter Taras Schewtschenko wettert er: »Ach, mit dir ist es öde ... Ich will nicht mit dir reden. Ich schäme mich für dich, Mann ...« Semenko schält sich aus der Tradition heraus und entwirft in seinen Manifesten gattungsverschränkende, dynamische Kunstformen. Er erschafft eine moderne, urbane Poesie, mit der er insbesondere Erhabenes und Alltägliches im Kyjiw der späten 1910er und frühen 1920er Jahre facettenreich einfängt. Semenkos Lyrik spiegelt in ihren Blicken, Rufen und Rhythmen die Unwägbarkeit und Dramatik der Revolutions- und Kriegsjahre. Mit seiner radikal widerständigen Suche nach Erneuerung und seinem Glauben an die gesellschaftsverändernde Wirkung der Kunst steht Semenko symbolischfür den Aufbruch der ukrainischen Kultur in den 1920er Jahren - ein Aufbruch, der mit der sich festigenden totalitären Herrschaft Stalins in den 1930er Jahren ein jähes Ende findet.Serhij Zhadan, einer der bekanntesten ukrainischen Gegenwartsautoren, und die vielfach ausgezeichnete Übersetzerin Claudia Dathe haben für den Band maßgebliche Gedichte, Manifeste und Prosatexte von Mychajl Semenko aus den 1910er bis 1930er Jahren zusammengestellt.
(Author portrait)
Mychajl Semenko (1892-1937) war der wichtigste Vertreter des Futurismus in der Ukraine. Er schuf filigrane urbane Poesie und formulierte in seinen Manifesten die ästhetischen Grundlagen der ukrainischen Avantgarde. Mit Beginn der Repressionen durch das Stalin-Regime geriet Semenko in die Fänge des sowjetischen Machtapparates und wurde 1937 in Kyjiw erschossen.Serhij Zhadan, geb. 1974 in Starobilsk, Ostukraine, ist Dichter, Prosaautor, Aktivist und Sänger der Band »Zhadan i sobaky«. Er promovierte in den 1990er Jahren in Charkiw zu Mychail Semenko und veröffentlichte zahlreiche Lyrik- und Prosabände, zuletzt »Keiner wird um etwas bitten« (2025). Er ist Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2022.Claudia Dathe, geb. 1971, arbeitet seit 2005 in Projekten zum literarischen Übersetzen, zum Kulturaustausch und zur politischen Bildung und übersetzt Literatur aus dem Ukrainischen und Russischen. Für ihr Engagement um die Vermittlung ukrainischer Literatur im deutschsprachigen Raumwurde sie mehrfach ausgezeichnet.



