Description
Barbara Köhler (1959-2021) wusste, dass Bücher etymologisch viel mit Pflanzen zu tun haben. Ihre gemeinsam mit der Schriftstellerin Barbara Bongartz und der Bildenden Künstlerin Suse Wiegand herausgegebene Anthologie »Rosa Immergruen« (2002) nennt sie ein »Florilegium«, was wörtlich übersetzt »Blütenlese« heißt.Geordnet in zwölf Monaten werden »Alpha-Beete« angelegt, aus denen es sprießt und blüht: »Verwandlungen, von, in und durch Pflanzen, als Verwandlungen von, in und durch Sprache (und Sprachen) und Bilder, im Buch«. Das zweite horen-Heft des Jahres 2022 ist dieser außergewöhnlichen und vielseitigen Künstlerin gewidmet. Sein Fokus richtet sich zum einen auf die Welt der Sprache, zum anderen auf die der Pflanzen. Kann es sein, dass die Metamorphosen der Pflanzen, ihre »Vielzahl, Vielfalt, Vielgestalt«, mehr mit Barbara Köhlers Sprachen, ihrer Vielzüngigkeit zu tun haben, als bisher angenommen? Dieser Frage gehen die Beiträger:innen nach, gelegentlich zielstrebig, oft aber über Abschweifungen und Umwege. Andreas Erb, geb. 1958 in Baden-Baden, ist Bildender Künstler und Literaturwissenschaftler, war bis 2025 an der Universität Duisburg-Essen beschäftigt. Seit 2020 zusammen mit Christof Hamann Hg. der horen.Veröffentlichungen u.a. zu Jean Paul, Georg Büchner, Hubert Fichte und vor allem zur Gegenwartsliteratur, z.B. über/mit Händl Klaus, Antje Rávic Strubel, Bernhard Jaumann, Norbert Scheuer. Christof Hamann, geb. 1966 in Überlingen am Bodensee, ist Schriftsteller und Professor für Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln. Veröffentlichungen u.a.: Institutionen der Pädagogik. Studien zur Kultur- und Mediengeschichte ihrer ästhetischen Formierungen (Mithg., 2016); Zwischen Normativität und Normalität. Zur diskursiven Position der 'Mitte' in populären Zeitschriften nach 1848 (2014); Nur ein Schritt bis zu den Vögeln. Roman (2012).



