Description
Eine Untersuchung von Goethes entscheidenden Wegpunkten und ihrer Literarisierung in seinen autobiographischen Schriften.Dass sich der Mensch in der Moderne sehr viel häufiger entscheiden muss als die Menschen früherer Zeiten und dass er größere Entscheidungsspielräume hat, ist eine oft aufgestellte Behauptung. Aber was sind überhaupt die zentralen Lebensentscheidungen des modernen Menschen? Und wie trifft er seine Entscheidungen? Wie souverän oder in sich schlüssig ist sein Entscheiden? Auf der Grundlage philosophischer und soziologischer Entscheidungstheorien geht Martina Wagner-Egelhaaf in ihrer Studie Entscheidenskonstellationen in Goethes autobiographischen Schriften, insbesondere in »Dichtung und Wahrheit«, nach, die zentral in Goethes Lebenslauf waren. Dabei treten vielfältige Situationen und Lebensstationen in den Blick, die eine Entscheidung erforderten: Entscheidungen zum Beruf ebenso wie zur Partnerwahl, Entscheidungen in Religionsfragen, zu Reiseunternehmungen wie auch zum eigenen Werk. Es wird detailliert gezeigt, in welcher Weise diese Entscheidensfelder ineinandergreifen und wie Goethe Entscheidenssituationen in seinen autobiographischen Schriften literarisch gestaltet hat. Martina Wagner-Egelhaaf, geb. 1957, ist Seniorprofessorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Münster, wo sie von 1998 bis 2024 einen Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Moderne und der Gegenwartsliteratur innehatte. Von 1995 bis 1998 war sie als Professorin für Neugermanistik, insbesondere Rhetorik und Literaturtheorie an der Ruhr Universität Bochum tätig. Von 1988 bis 1995 war sie Wissenschaftliche Assistentin an der Universität Konstanz, wo sie sich 1994 habilitierte. Die Promotion erfolgte 1987 an der Universität Tübingen, wo Martina Wagner-Egelhaaf die Fächer Germanistik und Geschichte studiert hatte. Ihre Forschungsinteressen gelten der Geschichte der deutschen Literatur vom 17. bis zum 21, Jahrhundert, der Autobiographieforschung, der Rhetorik und der Literaturtheorie sowie dem Verhältnis von Literatur und Religion.



