Description
Die Entsorgung von nuklearen Abfällen aus deutschen Kernkraftwerken stellt aufgrund der langen Zerfallszeiten ein generationenübergreifendes Projekt dar. In der öffentlichen Wahrnehmung ist es mit Risiken verbunden.
Wie kann ein angemessener Ausgleich für die Ansiedlung eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle in einer Region aussehen? Und wie lässt sich dieser so gestalten, dass er langfristig sowohl gesellschaftlich angenommen wird als auch rechtlich belastbar ist? Das neu im Standortauswahlgesetz (StandAG) verankerte Instrument der Standortvereinbarung zielt darauf ab, mögliche Belastungen auszugleichen. Obwohl die konkrete Anwendung noch in der Zukunft liegt, zeigen Erfahrungen aus der Schweiz, dass die Frage der Kompensation schon frühzeitig das Gerechtigkeitsempfinden der lokalen Bevölkerung beeinflusst.
Dieser Sammelband unternimmt eine inhaltliche und methodische Analyse der Standortvereinbarung. Er beleuchtet aus interdisziplinärer Perspektive rechtswissenschaftliche, (diskurs-)ethische und sozio-ökonomische Aspekte und diskutiert deren Komplexität und Möglichkeiten.
apl. Prof. (Halle) Dr. Ulrich Smeddinck, geb. 1967, Studium der Rechtswissenschaften in Hamburg, Promotion 1999, Habilitation 2006, seit 2019 Senior Researcher am KIT/ITAS: Forschungsschwerpunkte: Regulierung, Umweltrecht Transdisziplinarität. Rosa Sierra ist Philosophin und forscht inter- und transdisziplinär zu ethischen und politischen Fragen im Bereich der Nachhaltigkeit und der finalen Entsorgung hochradioaktiver Abfälle. Lucas Schwarz forscht zur individuellen Wahrnehmung von Gerechtigkeit basierend auf den menschlichen Werten und Bedürfnissen.-
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