Description
Er zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des europäischen Musiklebens: Peter Ruzicka - Komponist, Dirigent, Intendant und strategischer Kulturdenker in einer Person. Kaum ein anderer Künstler seiner Generation hat das Spannungsfeld zwischen schöpferischer Arbeit, künstlerischer Leitung und kulturpolitischer Verantwortung so nachhaltig gestaltet.Ruzicka stand an der Spitze bedeutender Institutionen in Berlin, Hamburg, München und Salzburg. Als Intendant formte er Programme, setzte ästhetische Akzente und begleitete maßgebliche Künstlerpersönlichkeiten ihrer Zeit - darunter Christian Thielemann, Klaus Guth, Vera Nemirova, Wolfgang Rihm, Helmut Lachenmann und Chaya Czernowin. Der internationalen Karriere von Anna Netrebko gab er entscheidende Impulse. Als Dirigent setzte er sich mit Nachdruck für Neue Musik und für das Werk von den Nationalsozialisten verfolgten Komponisten ein.Doch so glänzend seine Intendanzen waren - das Zentrum dieses Lebens ist das Komponieren. Rund hundert Werke, vom Streichquartett bis zur großen Oper, dokumentieren ein eigenständiges, existenziell grundiertes Musikdenken. In der Vielstimmigkeit seiner Ämter und Aufgaben bleibt das schöpferische Werk der eigentliche Kern.Das Buch basiert auf intensiven Gesprächen mit dem Autor Detlef Brandenburg, der Ruzicka über zwei Jahre hinweg regelmäßig traf. Brandenburg lässt ihn ausführlich selbst zu Wort kommen - und ergänzt diese autobiographische Perspektive durch seine reflektierte, journalistisch geschärfte Sicht. Als langjähriger Beobachter des Musik- und Theaterlebens ordnet er Ruzickas Entscheidungen, Konflikte und kulturpolitische Weichenstellungen kritisch ein und öffnet den Blick hinter die Kulissen großer Institutionen.So entsteht ein facettenreiches Doppelporträt: das eines außergewöhnlich vielseitigen Künstlers - und zugleich das Panorama einer Musik- und Musiktheatergeschichte, die Peter Ruzicka maßgeblich mitgeprägt hat. Ein Buch über künstlerische Haltung, Macht und Verantwortung - und über die schöpferische Kraft, die all dem zugrunde liegt. Detlef Brandenburg, geboren 1956 in Kassel, war von 1996 bis 2022 Chefredakteur des Theatermagazins DIE DEUTSCHE BÜHNE mit Sitz in Köln. Er studierte Literaturwissenschaft, Philosophie, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte in Kiel, eine Ausbildung zum Redakteur schloss sich an. Er ist Autor verschiedener Publikationen über Theater, Oper und Kulturpolitik und arbeitet heute als freier Journalist.



