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Description
Lesen und Schreiben werden häufig als einsame, zurückgezogene Tätigkeiten einzelner Akteur:innen betrachtet - dabei sind sie räumlich und sozial komplex situierte Praktiken. Jeder Schreib- oder Leseprozess findet an einem bestimmten physischen Ort und innerhalb einer spezifischen soziokulturellen Konstellation statt, im Rahmen derer er sich mit Objekten, Architekturen und sozialen Beziehungen wechselseitig verschränkt. Unter Rekurs auf etablierte Konzepte wie "Schreibszene" und "Leseszene" und mit besonderem Blick auf den Zeitraum zwischen 1750 und 1900 erweitert der Band den bisherigen Forschungsstand um eine praxeologische und kultursoziologische Perspektive. Die Beiträge nehmen dabei ein breites Spektrum von Orten und sozialen Gefügen in den Fokus, innerhalb derer geschrieben und gelesen wurde: von häuslichen Lesegesellschaften über Ateliersgemeinschaften bis hin zu Zensurbehörden, vom bürgerlichen Schreibtisch über Gärten und Landschaftsräume bis zu psychiatrischen Einrichtungen.



