Description
Die monetäre Förderung von Kunst und Literatur ist seit der Antike ein fester Bestandteil kulturellen Lebens. Eine mäzenatische Poetik ist bereits im Mittelalter und vor allem im 16. bis 19. Jahrhundert in Gattungen wie Prologen, Epilogen oder Gelegenheitsgedichten präsent. Dagegen bleibt moderne Förderpolitik auf der Textebene meist unsichtbar, denn die sich als autonom verstehende Literatur weist den Anschein von Abhängigkeit entschieden zurück. Dennoch zeigen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, vertragliche Vorgaben und das Aushandeln von Verhältnissen zu Förderern, auf die auch in Texten rekurriert wird, eine andere Realität.
In diesem komplexen Koordinatensystem von mäzenatischer Poetik und Förderpraxis macht der Band historische Entwicklungslinien und Kontinuitäten vom Mittelalter bis in die Gegenwart sichtbar. Anhand von vier exemplarischen Teilbereichen werden die vielfältigen Ausprägungen, aber auch die Bedingungen dieses spannungsreichen Verhältnisses skizziert: Beleuchtet werden Werkpolitik, Poetik und Pragmatik einerseits sowie Repräsentationsformen, Medialität und Ästhetik andererseits.
Alexander Honold lehrt Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Basel. Dirk Rose ist Universitätsprofessor für Neuere deutsche Literatur und Medien an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Jochen Strobel ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Philipps-Universität Marburg und arbeitet im DFG-Projekt "Korrespondenzen der Frühromantik" an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz mit. Jürgen Wolf, Professor an der Universität Marburg für 'Deutsche Philologie des Mittelalters'. Herausgeber der Zeitschrift für deutsches Altertum. Projektleiter des Akademieprojekts 'handschriftencensus.de'. Forschungsschwerpunkte: Überlieferungsgeschichte, Paläographie, Kodikologie, Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts, Artusliteratur, Chronistik, Rechtsüberlieferung, Lübeck, Übergang von der Handschrift zum Buchdruck, Editionsphilologie.


