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- > 20th century (1914-1955/49)
Description
Mit diesem Band wird erstmals eine Untersuchung der Entwicklung, der Aufgaben und der Funktionen sowie der Verwicklung der Bentheimer Eisenbahn während des »Dritten Reiches« vorgelegt. Dabei werden sowohl staatliche Einflussnahmen auf die Privatbahn sowie politische Affinitäten der Unternehmensleitung und der Belegschaft untersucht. Neben den Dienstleistungen für die nationalsozialistische Diktatur einschließlich gewisser Kriegserfordernisse (z. B. Öltransporte, Beförderung kriegswichtiger Güter) kommen auch Verstrickungen in die Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiterverbringung und -beschäftigung in den Blick. Die infrastrukturelle Durchdringung der Region wird unter den Bedingungen zeittypischer, insbesondere auch kriegsbedingter Beeinträchtigungen (LKW-Konkurrenz, Bombenabwürfe am Kriegsende) thematisiert, ebenso wie der Neubeginn nach Kriegsende (zunächst noch unter britischer Militärverwaltung und besonders mit Blick auf die benachbarten Niederlande). Einbezogen wird darüber hinaus die Funktion des Bahnhofs Bentheim, der als Grenzstation für die Kindertransporte nach der Reichspogromnacht und die Deportationen aus dem Polizeilichen Durchgangslager Westerbork von Bedeutung war, die von der Reichsbahn durchgeführt wurden.https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=1530https://d-nb.info/1348499133 Eugen Kotte / Christian Lonnemann: Einleitung - 1Steven Zurek: Planung, Gründung und Ausbau der Bentheimer Eisenbahn (1840-1932) - 17Hannah Sandstede: Politische und ideologische Verflechtungen der Bentheimer Eisenbahn und ihrer Belegschaft während der NS-Zeit - 45Regina Göschl: (Interne) »Gleichschaltung« oder Interventionismus bei der Bentheimer Eisenbahn in der NS-Zeit? - 83Nikolai Ingenerf: Eine neue Konkurrenz - Die Bentheimer Eisenbahn und der Lkw in den 1920er und 1930er Jahren - 101Marten Koers: Zwangsarbeitertransporte und niederländische »Zivilarbeiter« bei der Bentheimer Eisenbahn - 119Eugen Kotte: Die Kindertransporte über den Bahnhof Bentheim und die niederländisch-deutsche Grenze in den Jahren 1938/1939 - 149José Martin: Deportationen aus dem Durchgangslager Westerbork - 191Christoph Spieker: Die Bentheimer Eisenbahn, das Kriegsende und die unmittelbare Nachkriegszeit - 225Joachim Eickhoff (unter Mitarbeit von Harald Rduch und Christian Lonnemann): Die Bentheimer Eisenbahn AG im Luftkrieg - 275Christian Lonnemann / Herbert Raben: Die Bentheimer Eisenbahn AG als Partner im Erdölgeschäft - 301Regine Brinkmann / Christhard Pasternak: Angekommen: Flüchtlinge und Vertriebene als Neukunden der Bentheimer Eisenbahn AG. Das Beispiel der Herrnhuter Brüdergemeine in Neugnadenfeld - 325Dick Schlüter: Die Verbindungen der Bentheimer Eisenbahn in die Niederlande - 343Verzeichnis der Autorinnen und Autoren - 369Verzeichnis der Orte und Personen - 373 Prof. Dr. Eugen Kotte, geboren 1964, 1984-1991 Studium Universität Münster, 1996 Promotion, 1997-2002 DAAD-Lektor Universität Posen (Polen), 2002-2008 Wiss. Assistent und Lehrstuhlvertreter Universität Augsburg, 2005 Habilitation, seit 2008 Professor Universität Vechta. Kürzere Tätigkeiten in Polen, USA, Ägypten. Christian Lonnemann, 1996-1999 Ausbildung zum Industriekaufmann. 2002-2006 Studium der Informationswissenschaften, Fachrichtung Archiv. 2015-2020 berufsbegleitendes Studium Europäische Moderne (Geschichte und Literatur). Seit 2016 Kreis- und Kommunalarchivar des Landkreises Grafschaft Bentheim. Nach umfangreichen Recherchen in Bundes-, Landes-, Kommunal- und Spezialarchiven entstanden zwölf wissenschaftliche Beiträge zur Geschichte der Bentheimer Eisenbahn, die vom westfälischen Gronau bis in das niederländische Coevorden führte, in der NS-Zeit. Ausgangspunkt war die Erforschung der Kindertransporte nach der Reichspogromnacht 1938, die größtenteils über den Reichsbahnhof Bentheim Richtung Niederlande liefen. Untersuchungen zu Deportationen aus dem Polizeilichen Durchgangslager Westerbork (in den besetzten Niederlanden) zeigten, dass auch Deportationszüge der Reichsbahn in die Konzentrationslager ihren Weg über den Reichsbahnhof Bentheim nahmen. Von Interesse waren politische Affinitäten in der Führung und Belegschaft der Bentheimer Eisenbahn. Daneben standen Aufgaben und Verwicklungen im Fokus, die das Verkehrs- und Transportunternehmen in der Zeit des »Dritten Reiches« erfüllte - zum Beispiel Häftlingstransporte und Zwangsarbeiterrekrutierung. Auch nahmen die Wissenschaftler die Auswirkungen der NS-Verkehrspolitik sowie kriegsbedingte Beeinträchtigungen wie beispielsweise Bombardierungen in den Blick. Gleich mehrere Beiträge beleuchten auch das Kriegsende, etwa in Hinblick auf die erst sehr spät erfolgenden Öltransporte und die kurzzeitig existenzielle Bedrohung des Unternehmens nach dem Einmarsch alliierter Truppen. Auch die Verbindung der Bentheimer Eisenbahn in die Niederlande wird beleuchtet. Grafschafter Nachrichten, 15.4.2025



