Die letzten Tage der zum Tode Verurteilten : Das Tagebuch des Nürnberger Gefangenenseelsorgers Johann Hagendorn 1605-1620 (Quellen zur Regionalgeschichte)

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Die letzten Tage der zum Tode Verurteilten : Das Tagebuch des Nürnberger Gefangenenseelsorgers Johann Hagendorn 1605-1620 (Quellen zur Regionalgeschichte)

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  • 製本 Hardcover:ハードカバー版
  • 商品コード 9783739513393

Description

Hinrichtungsrituale in der vormodernen westeuropäischen Gesellschaft waren hochkomplexe Inszenierungen mit vielen Beteiligten. prominent in Szene gesetzt. Die Rolle von Geistlichen beim Vollzug der Todesstrafe ist bislang wenig beachtet worden. Ein Grund dafür ist sicherlich in der problematischen Quellenlage zu suchen. Selbstzeugnisse gibt es in der Regel nicht. Ein Seelsorger hat über seine Tätigkeit Buch geführt: der Nürnberger Pfarrer Johann Hagendorn. Seine Berichte über die geistliche Betreuung der Gefangenen im Nürnberger Lochgefängnis zu Beginn des 17. Jahrhunderts sind einzigartig und aufschlussreich. In ganz Europa sind vergleichbare Aufzeichnungen eines lutherischen Seelsorgers nicht überliefert. Hagendorns Text führt tief hinein in die Gefühlswelt der um ihr Leben fürchtenden Lochgefangenen. Wir erfahren von ihrer Angst, Verzweiflung und ihrem Kleinmut. Wie sich Johann Hagendorn in dieser emotional hoch angespannten Lage verhielt, zeigen die in diesem Buch erstmals edierten Berichte. Der lutherische Pfarrer Johann Hagendorn war von 1605 bis 1620 Seelsorger für die zum Tode Verurteilten im Nürnberger Lochgefängnis. Über die Begegnungen mit den Inhaftierten, die wegen Mordes, Diebstahls oder sexueller Verfehlungen auf ihre Hinrichtung warteten, hat er regelmäßig Berichte verfasst. Hagendorn besuchte die armen Sünder über mehrere Tage, unterwies sie im Glauben und versuchte, sie auf ein christliches Sterben vorzubereiten. Er beschreibt ausführlich die ihnen zur Last gelegten Verbrechen, schildert die mentale Verfassung und religiöse Bildung der Gefangenen und den oft spektakulären Ablauf der Hinrichtungen, die unter seiner Regie zu einem Gottesdienst eigener Art wurden. Mitleid war dem Geistlichen fremd. Sein Ziel war es, die Seele der Verurteilten zu retten, und dafür waren ihm alle Mittel recht: Er schrie, er haderte, er drohte. Bei den meisten Verurteilten hatte er Erfolg, aber es gab auch die Verstockten, die er nicht zu erweichen vermochte.Hagendorns Tagebuch ist ein einzigartiger Beitrag zur Geschichte der Todesstrafe in der Frühen Neuzeit, ein bestürzendes Dokument zum Alltag der Gefangenen und zur Praxis der Gefangenenseelsorge. Es ist damit ein kulturgeschichtliches Dokument von höchstem Rang.https://www.regionalgeschichte.de/detailview?no=1339 Vorwort - 7Peter Schuster: Johann Hagendorns Aufzeichnungen und die Todesstrafe in der Vormoderne - 9Andrea Bendlage: Johann Hagendorn (1563-1624). Herkunft und Amtsverständnis eines lutherischen Seelsorgers in Nürnberg zu Beginn des 17. Jahrhunderts - 25Handschriftenbeschreibung und Editionskriterien - 43Das Tagebuch des Nürnberger Gefangenenseelsorgers Johann Hagendorn (1605-1620) - 471605 (47) - 1606 (68) - 1607 (75) - 1608 (80) - 1609 (83) - 1610 (88) - 1611 (95) - 1612 (105) - 1613 (123) - 1614 (132) - 1615 (153) - 1616 (174) - 1617 (188) - 1618 (201) - 1619 (214) - 1620 (228)Abkürzungsverzeichnis - 239Quellen- und Literaturverzeichnis - 241Personenregister - 251Ortsregister - 259 Prof. Dr. Peter Schuster. Geboren 1957 in Detmold. Studium: Geschichtswissenschaft, Mathematik und Betriebswirtschaftslehre in Bielefeld. Promotion: Städtische Bordelle in Deutschland 1350-1600. Habilitation: Recht und Alltag im spätmittelalterlichen Konstanz. Professor für Geschichte des Mittelalters an der Universität Bielefeld. Forschungsinteressen: Stadtgeschichte, Kriminalitätsgeschichte, Dynastiebildung im Adel, Verfassungsgeschichte.http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/pschuster/ Dr. Andrea Bendlage. Studium: Geschichtswissenschaft und Rechtswissenschaft in Bielefeld. Promotion: Das Strafverfolgungspersonal der Reichsstadt Nürnberg im 15. und 16. Jahrhundert. Habilitationsprojekt: Zivilgerichtliche Praxis gegenüber Fremden im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Geschäftsführerin des SFB 1288 »Praktiken des Vergleichens« Universität Bielefeld.Forschungsinteressen: Historische Kriminalitätsforschung, Frühneuzeitliche Stadtgeschichtehttps://ekvv.uni-bielefeld.de/pers_publ/publ/PersonDetail.jsp?personId=40368#curriculum_vitaeBücher im Verlag für Regionalgeschichte:Recht und Verhalten in vormodernen Gesellschaften. Festschrift für Neithard Bulst, 2008https://www.buchhandel.de/buch/Recht-und-Verhalten-in-vormodernen-Gesellschaften-9783895347733Die letzten Tage der zum Tode Verurteilten. Das Tagebuch des Nürnberger Gefangenenseelsorgers Johann Hagendorn 1605-1620, 2022https://www.buchhandel.de/buch/Die-letzten-Tage-der-zum-Tode-Verurteilten-9783739513393 Von 1605 bis 1620 schrieb der Diakon bei St. Sebald in Nürnberg, Johann Hagendorn (1563-1624), auf, wer aufgrund welcher Taten in Nürnberg hingerichtet wurde und wie er die Delinquenten und Delinquentinnen auf den Tod vorbereitet hatte. Das einzigartige Zeugnis ist in einer Abschrift des frühen 18. Jahrhunderts im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (Hs. 3857) überliefert und wird im vorliegenden Band ediert. Während sich Peter Schuster in seinem einleitenden Beitrag den Aufzeichnungen aus der Perspektive der Erforschung der Todesstrafe in der Frühen Neuzeit zuwendet, stellt Andrea Bendlage Biographie, Familie und Amtsverständnis des lutherischen Geistlichen vor. Der Text, erschlossen durch ein Personen- und ein Ortsregister, ist intensiv kommentiert, wobei auch archivalische Quellen herangezogen wurden. Manchmal wurde für meinen Geschmack des Guten etwas zuviel getan. Der Seelsorger sah es als seine Aufgabe an, der Obrigkeit zu dienen und die Verurteilten zu einem christlichen Sterben anzuleiten. »Erst wenn die armen Sünder«, schreibt Schuster (S. 23), »textsicher Gebete und Psalmen deklamieren konnten, war die Hinrichtung als christliches Schauspiel perfekt inszeniert. Die hohe Bedeutung der religiösen Kenntnisse führte zum Teil zu bizarren Charakterisierungen. Einer der brutalsten Täter während Hagendorns Amtszeit war der 19-jährige Andreas Feuerstein, der als Lehrer zahlreiche Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren vergewaltigt und massiv misshandelt hatte. Hagendorn hatte mit ihm keine Probleme und fand sogar lobende Worte über seinen Wissensstand: 'Er hat keines sonderlichen unterrichtens bedörfft, weil er den ganzen cathechismum samt der auslegung vollkömmlich gekönt, darzu auch etliche schöne bußpsalmen samt dem gebetlein, Herrn Eberi: Herr Jesu Christ wahr mensch und Gott, mit welchen er sich gefristet hat biß an sein Ende.'«. Andrea Bendlage resümiert: »Die Niederschrift der Erfahrungen und Begegnungen des Pfarrers mit den Verurteilten ist [...] ein einzigartiges und gleichermaßen bedrückendes Zeugnis für das seelsorgerliche Programm eines lutherischen Pfarrers im Dienste des Strafvollzugs in der Frühen Neuzeit« (S. 41). Die Aufzeichnungen müssen nach meiner Meinung im Kontext des Interesses an Hinrichtungen bzw. »Mordgeschichten« gesehen werden, das etwa zur gleichen Zeit auch das berühmte Tagebuch des Nürnberger Nachrichters Meister Franz Schmidt motivierte und später der breit überlieferten Gattung der Nürnberger Malefizbücher zugrunde liegt. Nicht nur wer sich mit der Erinnerungskultur der Strafjustiz befasst, wird für die vorliegende Ausgabe, die auch außerhalb Nürnbergs wahrgenommen werden sollte, dankbar sein. Klaus Graf, in: Archivalia, 16.3.2023 https://archivalia.hypotheses.org/168664

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