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Description
Das Jahr 1802 war ein Wendepunkt der mitteleuropäischen Geschichte. Im Zuge der der napoleonischen Kriege verlor auch die Reichsstadt Goslar ihre Unabhängigkeit und wurde dem Königreich Preußen zugeschlagen. Angelika Kroker beschreibt die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse Goslars vor und nach dem Verlust der Reichsfreiheit. Insbesondere analysiert sie die Probleme, die sich bei Eingliederung des Gemeinwesens in die preußischen Verwaltungsstrukturen ergaben, und die konkreten Folgen, die das Ende der reichsstädtischen Autonomie für die Goslarer Einwohnerschaft hatte. Das Buch erhellt eine von der Geschichtsschreibung bisher weithin vernachlässigte Phase der Stadthistorie. Exposition: Wendezeit - 9Die handelnden Personen - 13Eine Reichsstadt am Ende? Goslar um 1800 - 16Die Reformen Siemens' - 411802: Inbesitznahme durch Preußen - 46Integration durch Bürokratie: Goslar auf dem preußischen Weg - 66Von der »gefühlten« zur wirklichen Wirtschaftskrise - 90Preußische Wirtschaftpolitik - 105Zusammenfassung und Bewertung - 116Ausblick - 131Anhang - 134- Die Goslarer Gilden in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts - 134- »Who is Who?« in Goslar 1802 - 146- Instruktion für die preußischen Zivilkommissare 1802 - 168- Anmerkungen - 171- Quellen und Literatur - 191 Dr. Angelika Kroker. Geboren 1955. Studium: Geschichtswissenschaft und Germanistik in Hannover. Freiberufliche Historikerin. Arbeitsschwerpunkte: Niedersächsische Landes-, Regional- und Lokalgeschichte, Geschichte der Stadt Goslar.www.angelika-kroker.deBücher im Verlag für Regionalgeschichte:so machet solches eine democratiam. Konflikt und Reformbestrebungen im reichsstädtischen Regiment Goslars 1666-1682, 2001https://www.buchhandel.de/buch/so-machet-solches-eine-democratiam-9783895344206Wendezeit. Die Reichsstadt Goslar an der Schwelle vom Ancien Régime zur Moderne, 2019https://www.buchhandel.de/buch/Wendezeit-9783739511603 Im September 1802 verlor Goslar Autonomie und reichsstädtische Freiheit. Vor den Toren standen Truppen Königs Wilhelm III. von Preußen, um die Stadt friedlich einzunehmen. Goslars Einwohner leisteten keinen Widerstand, sondern begrüßten, was auf weltpolitischer Bühne längst entschieden war. Preußen erhielt u.a. die Reichsstadt Goslar zum Ausgleich abgetretener linksrheinischer Gebiete. Damit begann ein tiefgreifender Veränderungsprozess, in dem die reichsstädtische Verfassung und Verwaltung der Stadt abgeschafft und preußischen Strukturen angepasst wurde. Wendezeit, so der Titel der Mikrostudie, stellt detailliert die Verhältnisse der Stadt vor und nach der preußischen Machtübernahme dar und vergleicht sie. Kroker greift auf umfangreiches Quellenmaterial im Stadtarchiv Goslar und im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover zurück. Dazu zählen vor allem zeitgenössische Berichte, die gemäß der »Instruktionen für die preußischen Zivilkommissare« vom preußischen Geheimen Legationsrat Christian Wilhelm von Dohm in Auftrag gegeben wurden und sowohl die Sichtweise des Magistrats als auch die der neuen Obrigkeit wiedergeben. Von Dohms Aufgabe war es, die Umstrukturierungen in Goslar durchzuführen, wobei er eng mit dem Goslarer Bürgermeister Siemens und Syndikus Giesecke zusammenarbeitete. Mit den Protagonisten schaut Kroker hinter die Kulissen der Stadt. Magistrat, Bevölkerung, Bauwesen, Verfassung, Verwaltung, Finanzen und Wirtschaft: alles stand auf den Prüfstand. Nach der ersten verlässlichen Bevölkerungsstatistik lebten 1802 5 480 Personen in Goslar. Davon waren 126 in der reichsstädtischen Verwaltung beschäftigt, wie Kroker im »Who is Who? in Goslar 1802« zeigt. Zu viele, befanden die Preußen. Neben Gilden und Handwerken zählten Ratsmitglieder zu den Verlierern des Anpassungsprozesses; Preußen sparte gern und erhob höhere Steuern. Als 1806 die Franzosen im neugeschaffenen Königreich Westfalen die Macht in Goslar übernahmen, waren die Einwohner um einige Erfahrungen reicher. Mit der Studie schließt Kroker nicht nur eine Lücke in der Stadtgeschichte, sie räumt auch damit auf, Reichsstädte wären Ende des 18. Jahrhunderts politisch und wirtschaftlich am Ende: Goslar war es nicht. Maria Baalmann, in: Südniedersachsen 49, 2021



