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Description
Der adlige Ostindienfahrer Adalbert Heinrich Freiherr von Egloffstein (1790-1849) war ein Verfasser von Reise- und Abenteuererzählungen, Ritter- und Räubergeschichten. Jahrelang lebte er in Kassel und brachte hier einige seiner Bücher heraus, so auch die neu edierte Robinsonade aus dem Jahr 1826.Ludwig Milde aus Kassel ist der "Hessische Robinson": Als einziger Überlebender eines Schiffsunglücks findet er sich auf einerexotischen, unbewohnten Insel wieder, die er zunehmend entdeckt und erobert. Unterstützt wird er dabei nach einiger Zeit von einer weiteren Gruppe Schiffbrüchiger; schließlich wird "Lewis Eiland" eine ostindische Kolonie.Egloffsteins Roman ist die Geschichte einer idealen Kolonisierung: Raum wird bevölkert, Wildnis kultiviert, Tiere werden ausgerottet, politisch-gesellschaftliche Institutionen für Bildung und Erziehung, Moral und Religion, Arbeit und Ökonomie werden eingerichtet - alles im Sinne der Aufklärung. Die Aufklärung, die Egloffstein hier feiert, will die beste Version der Welt schaffen. Und diese ist zivilisiert, kultiviert, gebildet, rational, wirtschaftlich produktiv und weiß. Andere Versionen der Welt, hier vor allem die ursprünglicheNatur, werden getilgt zugunsten des eigenen Programms, das alles der Nutzbarkeit für den Menschen unterwirft.Aus diesem kleinen Kolonialroman lässt sich viel mehr über die Aufklärung lernen als aus manchem Geschichtsbuch. Man erkennt, welch hegemoniales Mensch-, Natur- und Weltverständnis mit ihr verbunden war. Aufklärung bedeutete eben nicht nur Vernunft, Toleranz, Freiheit, sondern auch eurozentrisches Herrschaftsdenken, Ausbeutung und Rassismus.



