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Description
»Die schönste Narretei, die Menschen befallen kann« - Tergit und ihre Liebe zu den Blumen
Ihre Leidenschaft für alles Blühende entdeckte Gabriele Tergit erst im Londoner Exil. Zum ersten Mal hatte die Berliner Gerichtsreporterin und erfolgreiche Schriftstellerin der Weimarer Republik im Stadtteil Putney ein Haus mit eigenem Garten. Hier hackte, pflanzte, säte sie hingebungsvoll und fand nach den langen Jahren des Krieges Trost in der Gartenarbeit: »Ob Kriege die Städte zerstört und Mensch gegen Mensch gehetzt«, schreibt sie, »der Überlebende findet immer im Frühling den aufbrechenden Samen, Körnchen und Fäden und manchmal sogar eine Zwiebel.«
Tergit griff nicht nur selbst zur Gießkanne, sie las auch alles, was ihr über Blumen und Gartenkunst in die Hände fiel. So entstand die 1958 erstmals veröffentlichte Kleine Kulturgeschichte der Blumen. Kundig und höchst unterhaltsam erzählt die promovierte Historikerin darin aus der Geschichte der Blumen: von einem Blumenkranz, der einen ägyptischen Pharao um seinen Thron brachte, über die Tulpenmanie, die erste Spekulationsblase der Weltwirtschaft im Holland des 17. Jahrhunderts, bis hin zu den abenteuerlustigen Orchideenjägern, die ihren Entdeckerdrang nicht selten mit dem Leben bezahlten.
Tulpenwut und Rosenliebe ist ein bunter Strauß an vergnüglichen Geschichten aus allen Zeiten, die sich um diese »schönen und duftenden Gebilde« ranken - und mit denen sich Gabriele Tergit von einer ganz neuen Seite zeigt.
Gabriele Tergit (1894-1982), Journalistin und Schriftstellerin, schrieb drei Romane, zahlreiche Feuilletons und Reportagen sowie posthum veröffentlichte Erinnerungen. 1933 emigrierte sie nach Palästina, 1938 zog sie nach London. Ihr literarisches Werk wurde erst spat in Deutschland wiederentdeckt. Heute gilt sie, vor allem aufgrund ihres Erfolgsromans Effingers, als bedeutende Autorin der Zwischen- und Nachkriegszeit. Nicole Henneberg, geboren 1955 in Hof, studierte Komparatistik und Philosophie in Berlin und Paris. Sie schreibt als freie Autorin und Literaturkritikerin für Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und den Berliner Tagesspiegel. 2024 erschien ihre große Biographie Zur Freundschaft begabt über Gabriele Tergit.»Fast niemand kann sich der Faszination eines Gartens und der 'närrischen Liebe zu Blumen' entziehen.« Linda Stift / Die Presse
Neu aufgelegt - und mit einem kenntnisreichen Nachwort der Tergit-Herausgeberin Nicole Henneberg versehen - wurde dieses faszinierende, ungeheuer literarische Werk, bei dem es sich um alles andere als ein trockenes, lediglich für Kleingärtner und Blumenliebhaber bestimmtes Sachbuch handelt.« Tobias Schwartz / Berliner Morgenpost
»Wie eine kleine Atempause, wie eine Pause aus der Realität.« Nicola Steiner / Literaturclub (SRF)
»Mich hat frappiert, wie weit sie in der Menschheitsgeschichte zurückgeht, um die Motive - Pflanzen, Blumen, Gärten - zu recherchieren. Es ist unglaublich reich, was sie an Informationen einbringt und dann in Geschichten verpackt.« Carsten Hueck / Deutschlandfunk Büchermarkt
»So entsteht ein wunderbar erzähltes und illustriertes Werk, das Kultur- und Blumengeschichte vereint.« Instagram @los_lesen



