Description
Liebe ist, so Niklas Luhmann, eine paradoxale Verbindung von Individuen: Liebe und Selbstliebe sind schwer zu trennen, Liebe ist zeitlich begrenzt und hat dennoch den Anspruch, zeitlos zu sein. Hier eröffnet sich für die Literatur in all ihren Gattungen eine unendliche Zahl an möglichen Konstellationen, denn jede Literatur handelt immer auch über Liebe und Tod (P. Süskind). Das vorliegende Handbuch bietet eine systematische Aufarbeitung dieses großen Themas in rund 130 Beiträgen: Epochen sowie Autorinnen und Autoren der Literaturgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart, klassische Stoffe und Stofftraditionen, Kontexte von Liebe und Literatur sowie die vielen Spielarten des Themas werden mit zahlreichen Beispielen und Fallstudien aufgearbeitet.
Auf die Auseinandersetzung mit dem Begriff und seiner Geschichte folgt der Blick auf die Historizität und Konzeptionalität von Liebe sowie deren Veränderungen im Laufe der Zeit. Konzentrierte Überblicke über die Thematisierung von Liebe in der Abfolge der literarhistorischen Epochen werden ergänzt durch Skizzen literarischer Stoffgeschichten ausgesuchter klassischer Liebesbeziehungen. Näher in den Blick genommen wird auch eine ganze Reihe von Beziehungsverhältnissen, etwa in Bezug auf Individuum, Gesellschaft, Religion, Intimität, Sexualität, Gewalt, Verführung, Komik oder Tod. Auch wichtige Modelle wie Mutterliebe, Tierliebe, Liebe zu den Dingen, petrarkistische, romantische, sachliche oder freie Liebe werden vorgestellt.
Einleitung.- Artikel.- Register.
Lothar Bluhm ist Professor em. für Neuere deutsche Literatur an der Universität Kaiserslautern-Landau.
Stefan Neuhaus ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Koblenz.



