- ホーム
- > 洋書
- > ドイツ書
- > Humanities, Arts & Music
- > Philosophy
- > general surveys & lexicons
Full Description
Wissenschaft ist ständig in Bewegung: Ideen entstehen, verschwinden, werden gefeiert oder übersehen. Manche Konzepte gelten als bahnbrechend, obwohl sie längst Vorläufer hatten. Andere geraten in Vergessenheit, obwohl sie entscheidend für das Verständnis wissenschaftlicher Denkprozesse wären. Der Band zeigt, wie selektiv Wissenschaft erinnert - und wie aktiv sie vergisst. Seit Kuhns berühmtem Werk über wissenschaftliche Revolutionen wird zwar oft von der Ablösung alter Konzepte durch neue gesprochen, doch die Realität ist komplexer: Vieles bleibt im Hintergrund wirksam, selbst wenn es nicht mehr sichtbar ist. Gleichzeitig verändert sich unser Blick auf das Vergessen selbst. In einer Zeit, in der digitale Informationen ins Unendliche wachsen, erscheint Vergessen nicht mehr nur als Verlust, sondern als notwendige Fähigkeit, um Wissen zu ordnen, zu filtern und neu zu strukturieren. Es wird zunehmend als aktiver Bestandteil des Erinnerns verstanden. Auch scheinbar unproblematisches, allgemein akzeptiertes Wissen kann verschwinden, während umstrittene Inhalte bewahrt, verdrängt oder tabuisiert werden. Vergessen kann damit sowohl stabilisieren als auch irritieren - und manchmal sogar Innovation ermöglichen, indem es Raum für neue Perspektiven schafft. Der Band beleuchtet diese Dynamiken aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, zeigt überraschende Parallelen auf und lädt dazu ein, aktuelle Entwicklungen mit einem geschärften Blick zu betrachten. Er macht sichtbar, wie eng Erinnerung, Wissen und wissenschaftlicher Fortschritt miteinander verwoben sind - und warum das Vergessen dabei eine weit größere Rolle spielt, als wir gemeinhin annehmen.
Contents
Emergenz, Transformation und Obsoleszenz von Methoden und Begriffen in der Wissenschaftsgeschichte am Beispiel des Blutes: Die Geschichte des Blutes und der Blutgerinnung.- Von der Phlogiston-Lehre zur Sauerstofftheorie.- Überlegungen zum Wissensvergessen und Wissensverlust in der Frühen Neuzeit.- Interdisziplinäre Verwendung und Transfer ökonomischer Termini.- Die Ideologen - Obsoleszenz und stilles Überleben einer wissenschaftlichen Schule und Bewegung im Frankreich des 19. Jahrhundert.- Die stufenweise Entstehung wissenschaftlicher Disziplinen am Beispiel der Biochemie - mit einem Exkurs zur Rolle botanischer Arbeiten.- Innovation und Vergessen durch einen Referenztext. Die Rolle des Cours de linguistique générale (1916) von Saussure in der Geschichte der Sprachwissenschaft.- History = Language? About the battle for truth since the 'linguistic turn.- Die Auswirkungen der Design Science von Hevner und Kollegen auf die Entwicklung von Informationssystemen.- Verlust des Konzeptes „Social Epistemology" als Ankerpunkt einer Dokumentations- und Informationswissenschaft.



