Hindiba : Ein Projekt zur Erforschung der individuellen Bedeutung von impliziter Religiosität und deren Einfluss auf die Inklusität fluchtmigrierter Menschen (Salzburger interdisziplinäre Diskurse)

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Hindiba : Ein Projekt zur Erforschung der individuellen Bedeutung von impliziter Religiosität und deren Einfluss auf die Inklusität fluchtmigrierter Menschen (Salzburger interdisziplinäre Diskurse)

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  • 製本 Hardcover:ハードカバー版
  • 商品コード 9783631938140

Description

Die Studie erschließt die individuelle Bedeutung implizierter Religiosität bei fluchtmigrierten Menschen. Im Zentrum steht das Forschungsprojekt "Hindiba" und damit eine anwendungsorientierte Religionswissenschaft. Mit dem eingeführten Begriff "Inklusität" wird Integration ressourcenorientiert und identitätsstiftend neu gedacht.

Wie gelingt es Menschen, in Folge einer Fluchtmigration Halt zu finden? Und welche individuelle Bedeutung kann Religiosität entfalten - im Ringen um Leben und Überleben? Dieses Buch eröffnet neue Perspektiven auf die Frage, wie tief religiöse Muster im Menschsein verankert sind - auch dort, wo Religion scheinbar keine Rolle spielt. Es zeigt, wie fluchtmigrierte Menschen in einer neuen Lebenswelt implizite Formen von Religiosität und Spiritualität nutzen: als Ressource, als Überlebensstrategie, als Brücke zwischen Welten. In einer anwendungsorientierten Herangehensweise widmet sich das Forschungsprojekt Hindiba (arabisch für Löwenzahn) Themen, die uns alle angehen: Etwa danach, wie religiöse Stereotype - insbesondere Fremd- und Feindbilder gegenüber "dem Islam" - überwunden werden können. Und wie "Integration" neu gedacht werden kann. Ein Werk, das theoretisch fundiert, praxisnah und richtungsweisend ist "Integration" - für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in Zeiten globaler Fluchtmigration.

Mit klarem Blick und erstaunlicher Tiefe führt Alina Knoflach durch die Komplexität des Ankommens, Loslassens und Haltfindens nach Fluchtbewegungen. Ein Buch, das mein Verständnis von "Integration" verändert hat, das berührt und mit Menschenstimmen bewegt.
- Anna Alabd, M.Ed. Univ., Forscherin für interreligiöse Diskurse

Die vorliegende Dissertation untersucht erstmals empirisch die Ressourcen, die säkulare Religion bereitstellt, um Menschen in Migrationsprozessen zu stärken. Eine absolut lesenswerte Studie für den gesamten Bereich der Migrationsforschung.
- Prof. Dr. Martin Rötting, Religionswissenschaftler

Inhalt

Part 1: Verortung und Perspektiven des Forschungsstandes

Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 2: Annäherung an die Forschungsthematik: Perspektiven, Begriffsbestimmungen und Forschungsstand
2.1. Entwicklungen der wissenschaftlichen Analyse von Fluchtmigration, "Integration", Religion(en), Religiosität und ihrer zugrunde liegenden Problemfelder
2.2. Spezifizierung des Problemaufrisses: Fluchtmigrationen, religiöse Identitätskonzepte und (gesellschafts-)politische Reaktionen
2.3. Fluchtmigrationsbedingte Transformationsprozesse und ihre potenziellen Einflüsse auf religiöse Identitäten
2.4. Subjektive Integrationserfahrungen und ihre potenziellen Einflüsse auf religiöse Identitäten
2.5. Ausblick: Kritische Betrachtung des Integrationsbegriffs und die Konstruktion des neuen Terminus der "Inklusität"
2.6. Religiosität und ihr Einfluss auf Integrations- (bzw. Inklusitäts-) Prozesse
2.7. Resultat der diskutierten Forschungsliteratur für die vorliegende Forschungsarbeit

Kapitel 3: Ziele und Forschungsfrage der Arbeit

Part 2: Grundlagen der Forschung: Ausgangstheorie, Methodik, ihre Relevanz und Problemstellungen

Kapitel 4: Theoretischer Rahmen und Forschungsthesen
4.1. Religionswissenschaftliche Ausgangstheorie
4.2. Religionsanthropologische und kulturwissenschaftliche Ansätze
4.3. Religionspsychologische Ansätze
4.4. Religionssoziologische Ansätze
4.5. Vergleichende wissenschaftstheoretische Ansätze der Spiritualität

Kapitel 5: Methodologische Herangehens- und Verfahrensweise
5.1. Sampling und Setting der angewandten Methoden in der Feldforschung
5.2. Erhebung und Sättigung der Daten
5.3. Methoden der Datenerhebungen
5.3.1. Halbbiografische Gespräche mit den Projektteilnehmern
5.3.2. Problemzentrierte Interviews mit den Projektleitern
5.3.3. Feldforschung durch die teilnehmende Beobachtung im Forschungsprojekt Hindiba: Forschungstagebuch
5.3.4. Zwischen Feld und Empirie: Methodische Ansätze aus der Interventions-, Aktions- und Handlungsforschung
5.4. Methodologie der Datenauswertung
5.4.1. Datenerfassung: Transkription
5.4.2. Datenauswertung: Konkrete Beschreibung der Vorgehensweise
5.4.3. Methodische Ansätze aus der Autoethnografie zur Präzisierung der Datenauswertung im Kontext der Grounded Theory

Kapitel 6: Relevanz und Problematik des Forschungsdesigns
6.1. Zum Problemkontext der Erfassung und Analyse religiöser Bedeutungsebenen und subjektiver Inklusitätserfahrungen durch die aktive Teilnahme der Forscherin am Forschungsfeld
6.1.1. Herausforderungen für die Forschungsarbeit durch die vorgefertigten Machtstrukturen
6.1.2. Problemaufriss: Datenverzerrung durch die aktive Teilhabe der Forscherin am Feld
6.1.3. Mögliche Problemkontexte im Zuge der halbbiografischen Gespräche
6.2. Diskussion um die Kritik der anwendungsorientierten Religionswissenschaft
6.3. Problematisierung der Trennschärfe zwischen expliziter und impliziter Religiosität und nicht Religiösem
6.3.1. Die inneren Strukturen der Religiosität als Rahmenbedingung zur Förderung von Inklusität kritisch betrachtet
6.3.2. Ausblick: Konkretisierte Darstellung des Abstrahierungsprozesses am Beispiel der MBSR von Jon Kabat-Zinn
6.4. Zum Problemkontext des Einsatzes, der Auswertung und der Festlegung abstrahierter Aspekte (impliziter) Religiosität zur Förderung von Inklusität

Part 3: Empirie

Kapitel 7: Kurzfallportraits der am Forschungsprojekt teilnehmenden Personen
Gruppe 1: Projektunbeeinflusste Personen
Gruppe 2: Beeinflusste Personen des abgebrochenen Projekts 1
Gruppe 3: Beeinflusste Personen des Projekts 2 "Hindiba"

Kapitel 8: Empirischer Teil 1: Individuelle Bedeutungsebenen (impliziter) Religiosität vor, während und nach der Fluchtmigration
8.1. Lebensbedingungen und Erfahrungen im Herkunftsland
8.2. Lebensbedingungen und Erfahrungen im Kontext der Fluchtmigration
8.3. Lebensbedingungen und Erfahrungen im Aufenthaltsland
8.3.1. "Man kann einen Menschen aus der Heimat vertreiben, aber nicht die Heimat aus dem Menschen"
8.3.2. Religiöse Identitäten zwischen Herkunfts- und Aufenthaltskontexten
8.3.2.1. Explizite Religiosität in Form von gemeinschaftlich geteilten Ritualen - ein Verbindungsglied zur Familie und Heimat?
8.3.2.2. Explizite Religiosität in Form von individuellen Ritualen
8.3.3. Herausforderungen im Aufenthaltsland
8.3.3.1. Herausforderung: Einsamkeit
8.3.3.2. Herausforderung: Arbeit
8.3.3.3. Herausforderung: Sprache
8.3.3.4. Herausforderung: Bleiberecht
8.3.3.5. Herausforderung: Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen
8.4. Aspekte impliziter Religiosität im Umgang mit den Herausforderungen im Aufenthaltsland
8.4.1. Bezugs- und Begleitperson(en)
8.4.2. Sozialgemeinschaftliche Eingebundenheit
8.4.3. Persönliches und individualisiertes Ritual im Ausdruck der Bewegung und Natur-Begegnung
8.5. Aspekte expliziter Religiosität im Umgang mit den Herausforderungen im Aufenthaltsland
8.5.1. Explizite Religiosität als gemeinschaftlich geteiltes Ritual
8.5.2. Explizite Religiosität als persönliche Denk- und individuelle Handlungsweisen
8.6. Ergebnisdarstellung Empirischer Teil 1: Religiöse Typen und ihre Identifikationsverläufe

Kapitel 9: Ausblick: Erläuterung des pädagogischen Rahmens des Forschungsprojekts "Hindiba"
9.1. "Hindiba" als Metapher für den Entwicklungsprozess zur Inklusität
9.2. Vision und pädagogische Ziele von Hindiba
9.3. Grundlagen und Komplikationen im Entwicklungsprozess des Forschungsprojekts
9.4. Tatsächliche Entwicklung des Projekts "Hindiba" aus dem Feld
9.5. Vom Forschungsprojekt zum Verein: Hindiba- für interkulturelles Miteinander

Kapitel 10: Empirischer Teil 2: Das Projekt Hindiba als Forschungsfeld impliziter Religiosität in der anwendungsorientierten Religionswissenschaft zur Förderung von Inklusität
10.1. Kognitions-Ebene: Grundlage für die Entstehung, Entwicklung und Umsetzung von Hindiba
10.1.1. "Es ist nicht dein Raum und es ist nicht mein Raum. Es ist ein 'Zwischen-Raum'."
10.1.2. Die Rolle des Projektleiters als Bezugsperson
10.2. Handlungs-Ebene: Ein auf der kognitiven Ebene aufbauender, stilisierter und regelmäßiger Ablauf
10.2.1. Safe Space
10.2.2. Ritus: Die Rolle stilisierter Handlungsabläufe bei der Förderung von Begegnungen außerhalb des Safe Space: Vom sicheren Raum zum "Zwischenraum"
10.3. Erlebens-Ebene: Resultat der durch die stilisierten Handlungsabläufe realisierten Kognition
10.3.1. Spezifische Erlebnisse als Folge von interkulturellen Begegnungen, ihre gemeinsame Vorbereitung und Durchführung: Struktur durch Teilziele
10.3.2. Spezifische Erlebnisse als Folge der gemeinsamen Vorbereitung und Durchführung eines Sommerfestes: Struktur durch ein langfristiges Ziel
10.4. Gefühls-Ebene: Indizien von Inklusität durch Bedürfniserfüllung und -kompensierung
10.4.1. Sicherheit: Eine Synergie aus Zugehörigkeit und Anerkennung
10.4.2. Sicherheit, Zu(sammen)gehörigkeit und Anerkennung als Basis für Selbst- und Neuverortung - Prämissen der Inklusität
10.4.3. Ausblick: Explizite, aktive Religiosität innerhalb des implizit religiösen Ordnungssystems Hindiba als Ausdruck der Selbstverortung
10.4.4. Verdeutlichung des Potentials von Hindiba am Weg zur Inklusität durch den Vergleich mit dem Projekt 1
10.5. Ergebnisdarstellung und Diskussion: Empirischer Teil 2

Kapitel 11: Fazit und Ausblick

Literatur

Quellen

Abbildungsverzeichnis

Halbbiografische Gespräche, Problemzentriete Interviews, Forschungstagebucheinträge

Anhang
Personenbezogene Daten
Leitfragen zu den halbbiografischen Gesprächen mit der Gruppe 1 (einmaliger Durchgang)
Leitfragen zu den halbbiografischen Gesprächen mit der Gruppe 2, erster Durchgang
Leitfragen zu den halbbiografischen Gesprächen mit der Gruppe 2, zweiter Durchgang
Leitfragen zu den halbbiografischen Gesprächen mit der Gruppe 3, erster Durchgang
Leitfragen zu den halbbiografischen Gesprächen mit der Gruppe 3, zweiter Durchgang
Leitfragen für das Problemzentrierte Interview mit dem Projektleiter 1
Leitfragen für das Problemzentrierte Interview mit dem Projektleiter 2

Alina Knoflach hat in Religious Studies promoviert und ein Lehramtsstudium in Philosophie und Psychologie, Geschichte und Politische Bildung sowie Ethik abgeschlossen. Sie ist die Gründerin und Leiterin der NGO Hindiba für interkulturelles Miteinander.