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Description
Bislang blieb die Suizidthematik in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur weitgehend unterbelichtet. Und auch was den Suizid in der Literatur des 20. Jahrhunderts betrifft, erscheint die (Re-)Lektüre bekannter und unbekannterer Texte durchaus lohnenswert. Beides definiert den literaturwissenschaftlichen Anspruch dieses Bandes.
Poetische Reflexionen über den Suizid beleuchten die Verhältnisse, in denen Menschen verzweifeln. Doch vor welchen Hintergründen tritt die Suizidthematik in Erscheinung? Welche Formen und Funktionen weist sie auf? Handelt es sich um ein psychisches, soziales, politisches oder genderspezifisches Phänomen? Vielleicht um ein mediales oder (quasi)sakrales? Würde eine Neubewertung der Suizidthematik auch neue Lesarten bekannter Texte bzw. neue Sichtweisen auf bekannte Autoren befördern? Solchen Fragen gehen die Beiträger*innen auf den Grund, wobei sie das Aktuelle, mitunter Brisante der Suizidthematik und ihre Vielfältigkeit ins Blickfeld rücken. In diesem Sinne liegt dem thematisch wie methodisch breit aufgestellten Band der Anspruch zugrunde, zu einem differenzierteren literaturwissenschaftlichen Umgang mit dem Gegenstand beizutragen.
Beleuchtung des Verhältnisses von Suizid und Identität - Judentum - Krankheit - Fremdheit - Politische Repression - Geschlecht und Jugend - Literaturanthropologisch - Literaturpsychologisch - Philosophisch - Narratologisch - Gendertheoretisch - Kulturkritisch - Postkolonial
Onur Bazarkaya studierte Germanistik, Soziologie und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden und promovierte an der Universität Stuttgart mit einer Studie zur Autorrolle Wolfgang Koeppens. Derzeit arbeitet er als Associate Professor am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Marmara Universität in Istanbul.
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