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Description
(Text)
Obwohl formelle Disziplinierungen im Alltag des Jugendstrafvollzugs von großer Bedeutung sind, hat sich die Rechtstatsachenforschung damit noch kaum beschäftigt. Diese Studie zeigt enorme Unterschiede in der Disziplinarpraxis der Jugendstrafanstalten auf: Es läßt sich deutlich ein eher punitiver und ein eher liberaler Sanktionierungsstil unterscheiden. Insgesamt müssen Intensität und Extensität formeller Disziplinierung im Jugendstrafvollzug als äußerst problematisch angesehen werden, zumal eine rigide Disziplinarpraxis positive Wirkungen weder auf die Ordnung in der Anstalt noch auf spätere Legalbewährung zu haben scheint. Als Konsequenz wird gefordert, daß Erziehung im Jugendstrafvollzug nicht vorwiegend durch Disziplinierung, sondern durch Angebot, Hilfe und Vorbild erfolgen soll. Negative Sanktionen sollen zurückgedrängt und durch positive Sanktionen wie Vollzugslockerungen entbehrlich gemacht werden. Letztlich wird eine Minimierung formeller Disziplinierung im Jugendstrafvollzug angestrebt.
(Table of content)
Aus dem Inhalt: Grundlagen für Maßnahmen formeller Disziplinierung - Rechtstatsächliche Daten über die Anwendung von Disziplinarmaßnahmen - Ergebnisse der Sanktionsforschung - Übertragbarkeit auf die vollzuglichen formellen Disziplinierungen - Vollzugspolitische und vollzugspraktische Konsequenzen aus den erhobenen Befunden.
(Review)
"Die gediegene, materialreiche und engagiert geschriebene Studie überzeugt durch Anlage und Ergebnisse. Sie steht gewiß auf der Höhe heutiger theoretischer Erkenntnisse und praktischer Erfahrung." (Heinz Müller-Dietz, Zeitschrift für Strafvollzug und Straffälligenhilfe)
(Author portrait)
Der Autor: Joachim Walter, geboren 1944, studierte von 1965 bis 1970 Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg. 1. Juristisches Staatsexamen 1970; 2. Juristisches Staatsexamen 1973. Nach Tätigkeit in verschiedenen Vollzugsanstalten und als Staatsanwalt seit 1989 Leiter einer großen Jugendstrafanstalt. Im Nebenamt Dozent an der Strafvollzugsschule Baden-Württemberg und Lehrbeauftragter am Erziehungswissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg.