MERKUR 2/2026, Jg.80 : Nr. 921, Heft 02, Februar 2026 (MERKUR) (1. Auflage)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783608977196

Description

Dürfen Historiker Mittel der Fiktion für die Geschichtsschreibung einsetzen? Und wenn ja: Wo, fragt sich Thomas Etzemüller, verläuft dann die Grenze, jenseits derer die Fakten zu alternativen zu werden drohen. Jonas Rosenbrück hat Insassen eines Hochsicherheitsgefängnisses in den USA unterrichtet. Darüber hat er einen Text verfasst, der Erfahrungsbericht, aber auch Analyse einer Gesellschaft der Ein- und Ausschließungen ist. Als Israelin, als Israelin in Deutschland, als Direktorin des Dubnow-Instituts und als Historikerin denkt Yfaat Weiss über aktuelle und vergangene Schuldfragen nach.

In ihrer Rechtskolumne erklärt Marietta Auer, wie das deutsche Erbrecht auf sehr altbackenen Vorstellungen von der Familie beruht. Eva Geulen hat sich Steffen Martus' Literaturgeschichte der Gegenwart mit dem Titel "Erzählte Welt" zu Gemüte geführt - und muss zugeben, dass sie sehr vieles daran beeindruckend findet. Auf die Spur mancher mit dem Begriff der "Kunstfreiheit" verbundenen Ideologeme begibt sich Johannes Franzen.

Der Literaturwissenschaftler Helmut Müller-Sievers verflicht seine akademische US-Biografie mit dem Werk von Thomas Pynchon durch die Jahrzehnte und unterlegt das Ganze mit nicht wenig Jazz. An eine USA-Reise und nicht zuletzt die Begegnung mit dem legendären, aber auch legendär schwierigen Independent-Verleger Giancarlo DiTrapano erinnert sich Marc Degens. Mit einigem philosophischen Gepäck robbt Jens Soentgen durch die Begriffswelt des Schlamms. Von einer Therapiesituation mit Wolf und einiger Musik erzählt Sibylle Severus.

ESSAY

Thomas Etzemüller

An der Grenze.

Geschichtsschreibung zwischen Fakt und Fiktion

Jonas Rosenbrück

Ein Bericht aus der Strafakademie

Yfaat Weiss

Wissendes Schweigen.

Über Schuldfragen und andere Bedenken

KRITIK

Marietta Auer

Rechtskolumne.

Die deutsche Familie im Spiegel des Erbrechts

Eva Geulen

Die jüngste, vielleicht beste und vorläufig letzte Geschichte der deutschen Literatur seit 1989

Johannes Franzen

Der Schwindel der Kunstfreiheit

MARGINALIEN

Helmut Müller-Sievers

Mit Thomas Pynchon durch vierzig Jahre USA

Marc Degens

Flucht nach oben

Jens Soentgen

Schlamm

Sibylle Severus

Abfahrt der Schiffe

Christian Demand, Jg. 1960, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2006 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, wo er bis 2012 lehrt. Buchveröffentlichungen: Die Beschämung der Philister: Wie die Kunst sich der Kritik entledigte (2003), Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (2010).
Christian Demand ist Herausgeber des MERKUR.


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