Description
Was ist jüdische Literatur? Kann dazu auch das Werk eines Schriftstellers gehören, der zum Christentum konvertiert ist, oder das eines nichtjüdischen Literaten? Der Autor beantwortet diese Fragen mit einer völlig neuen Lesart von Texten, die zeigt, dass es ein universelles jüdisches Denken gibt. In dessen Zentrum stehen die in der Wüste Sinai übermittelten Urschriften des Judentums, ihre Auslegungen und eine damit einhergehende "Textbesessenheit". Mit poetischer Leidenschaft deckt Chaim Vogt-Moykopf scharfsinnig und wissenschaftlich fundiert "sinaitisches Denken" in den Werken deutschsprachiger Autoren wie Edmund Husserl, Theodor W. Adorno, Stefan Hermlin, Elfriede Jelinek und Franz Kafka auf. InhaltVorwortI. EinleitungII. Eröffnungen1. Der buchstäbliche Sündenfall2. Die Wiedergutmachung am Wort3. Die verwüstete SpracheIII. Buchstabenglut: Zur Textwärme und Texthaftung eines DenkensErstes literarisches Quartett: Karl Corino, Daniel Ganzfried, Stefan Hermlin, Binjamin Wilkomirski1. Phänomenologie jüdischer Textbesessenheit2. Anzügliche Hermeneutik3. Angewandte jüdische LesartenIV. Sprechende Zufälle: zum Phänomen des Zufalls in Anna Maria Jokls Erzählung Begegnung am Toten MeerV. Sakrales Augenmaß: Zur jüdischen Perspektive des SchreibensZweites literarisches Quartett: Schmuel Josef Agnon, Thomas Bernhard, Edmund Husserl, Elfriede Jelinek1. Vom süßen Schreiberleben2. Schreiben im Namen der Thora3. Funktionsvorschläge für jüdisches Schreiben4. Horizontale Ansichten5. Fließende Perspektiven6. Un(be)haltbare Sicht7. Geheiligtes (An-)Schauen8. (Ein-)Blick und Maulwurfperspektive9. Mondlicht und Erdenschwere10. Die Welt unterm Dichterblick11. Blick aufs JudentumVI. Richtplatz Papier: Der Autor als BeterDrittes literarisches Quartett: Søren Kierkegaard, Menachem Mendel von Kotzk, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka1. Spurensuche2. Am Anfang stand Amalek3. Buchstabenjustiz4. Unverrichtetes Schweigen5. Red- und betseliges Schweigen6. Urteilsschweres Beten - Die Richtersprüche vom Vorbeter aus Kotzk7. Prager Hinrichtungsakte8. Salomonisches Beten9. Urteilsloses BetenVII. Fragen ohne Ende - Zur Dialektik von Fragen und Fraglosigkeit in deutscher und jüdischer Identität1 Phänomenologie eines Dauerbrenners2. Adornos Bohr- und Grubentechnik3. Wagners stumpfes Fragen4. Das Fragen im abendländischen Denken5. Das Fragen im jüdischen DenkenVIII. Letzte (Er-)Öffnungen - Das A und O des jüdischen SchreibensIX. LiteraturX. Zum Zitier- und NachweisverfahrenXI. Glossar Chaim Vogt-Moykopf, PhD, hat an der Universität Montreal promoviert und lebt in Ottawa, Kanada. Er ist, wie er selbst sagt, »ein streitbarer Querdenker mit weltanschaulichem Eigensinn und einem Überschuss an begrifflicher und sprachlicher Spielfreude«.



